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Weltklimareport: Ohne drastische Maßnahmen ist 1,5 Grad-Ziel nicht mehr erreichbar

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaInterlaken, Schweiz - Der Weltklimarat (IPCC) warnt davor, dass bei der globalen Erwärmung die angestrebte maximale Grenze von 1,5 Grad schon in wenigen Jahren überschritten wird. Das macht das Gremium in seinem jetzt vorgestellten Synthesebericht so deutlich wie nie zuvor.

Mehr als ein Jahrhundert Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie ungleiche und nicht nachhaltige Energie- und Flächennutzung haben bereits zu einer globalen Erwärmung von 1,1 Grad über dem vorindustriellen Niveau geführt. Das, was bislang in Sachen Klimaschutz auf den Weg gebracht wurde, reicht nicht aus, um das 1,5 Grad Ziel noch zu erreichen, fasst der Weltklimarat die aktuelle Entwicklung zusammen. Dabei sind die Instrumente für die Bekämpfung des Klimawandels vorhanden, sie müssten nur eingesetzt werden.

Klimawandel schreitet schneller voran und die Folgen sind stärker als angenommen
Der aktuelle Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen zeigt die Verluste und Schäden auf, die bereits jetzt durch den Klimawandel auftreten und die sich in Zukunft weiter fortsetzen werden. Dabei wird der Weltklimarat so deutlich wie nie zuvor. Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit des Planeten. Das Tempo und der Umfang der bisherigen Maßnahmen sowie die derzeitigen Pläne sind unzureichend, um den Klimawandel zu bekämpfen, heißt es in dem in Interlaken in der Schweiz präsentierten Bericht.

„Die Dringlichkeit, bis 2030 etwas zu tun, ist gestiegen”, so IPCC-Mitautor Matthias Garschagen, Klimaforscher an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Der Klimawandel schreitet schneller voran und die Folgen sind stärker als zunächst gedacht.

Treibhausgasemissionen müssen drastisch reduziert werden
Noch in diesem Jahrzehnt müssten die Treibhausgasemissionen in allen Sektoren drastisch reduziert werden, um ein Überschreiten der Zunahme der Temperatur auf 1,5 Grad oder maximal 2 Grad zu verhindern. Die in diesem Jahrzehnt getroffenen Entscheidungen hätten Auswirkungen auf die nächsten Jahrtausende, heißt es in dem Report weiter.

Selbst in den beiden optimistischsten Szenarien mit sehr deutlicher Emissionsminderung geht der Weltklimarat aber nun davon aus, dass die Erderwärmung 1,5 Grad vorübergehend überschreiten dürfte, und dies für mehrere Jahrzehnte. Ein zentraler Grund sind die öffentlichen und privaten Finanzströme für fossile Brennstoffe, die immer noch größer sind als die für Klimaanpassung und Klimaschutz, kritisieren die IPCC-Wissenschaftler.

Es gibt allerdings zahlreiche, machbare und wirksame Optionen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den vom Menschen verursachten Klimawandel, und sie stehen jetzt zur Verfügung, so die Wissenschaftler weiter. UN-Generalskretär António Guterres fordert in einer Videobotschaft angesichts der aktuellen Ergebnisse einen Quantensprung bei den Klimaschutzmaßnahmen. „Dieser Bericht ist ein klarer Aufruf, die Klimabemühungen aller Länder, aller Sektoren und aller Zeitrahmen massiv zu beschleunigen. Kurz gesagt, unsere Welt braucht Klimamaßnahmen an allen Fronten - alles, überall, auf einmal“, so Guterres.

Klimawandel wird immer teurer
Je mehr Zeit verstreicht, umso teurer werden die Folgen des Klimawandels. Die Differenz zwischen den geschätzten Kosten der nötigen Anpassungen und den eingeplanten finanziellen Mitteln wächst, so der Weltklimarat. Er verweist darauf, dass reiche Länder ihr Versprechen von 100 Milliarden Dollar im Jahr für die ärmsten Länder noch nicht umgesetzt haben. Dabei sei global genügend Geld vorhanden, um die klimaschädlichen Treibhausgase zügig zu reduzieren. Regierungen müssten durch Förderung von Projekten und Studien, Subventionen und Rahmenbedingungen für Investoren die richtigen Zeichen setzen. „Der Ball liegt im Feld der Politik”, so Mitautor Oliver Geden.

Der jetzt vorgelegte Synthesebericht basiert auf acht Berichten, die Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seit gut acht Jahren erarbeitet haben. Er bringt ihre Erkenntnisse auf den Punkt und soll Politikern als Handlungsgrundlage dienen. Der Bericht wurde während einer einwöchigen Sitzung in Interlaken in der Schweiz angenommen.


© IWR, 2023


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21.03.2023

 



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