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Meyer Burger baut GW-Solarzellfertigung in den USA auf

© Meyer Burger© Meyer BurgerThun, Schweiz - Der Solarkonzern Meyer Burger hat angekündigt, eine neue Solarzellenproduktion in den USA aufzubauen. Dabei profitiert Meyer Burger von den US-Steuergutschriften im Rahmen des Inflation Reduction Acts (IRA). Den Ausbau der Solarzellenfertigung in Deutschland verschiebt Meyer Burger dagegen.

Die Meyer Burger Technology AG wird ein Werk für Hochleistungs-Solarzellen in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado eröffnen. Mit einer anfänglichen Kapazität von zwei Gigawatt Solarzellen pro Jahr soll das neue Werk exklusiv die Solarmodulproduktion von Meyer Burger in Goodyear im US-Bundesstaat Arizona für den nordamerikanischen Markt beliefern. Die Investition wird durch eine Steuergutschrift im Rahmen des Inflation Reduction Acts und damit zusammenhängenden Maßnahmen ebenso gefördert, wie durch die Unterstützung des US-Bundesstaates Colorado und der Stadt Colorado Springs.

Schneller Produktionsstart in ehemaliger Halbleiterfabrik geplant
Mit der Ausweitung der Geschäftsstrategie auf Solarzellen "Made in USA" reagiert Meyer Burger auf Marktanforderungen, die sich aus neuen Regulierungen in den Vereinigten Staaten ergeben. Kürzlich hat das US-Finanzministerium Richtlinien für die Qualifizierung von "domestic content" bekannt gegeben. Diese ermöglichen einen zusätzlichen zehnprozentigen Bonus auf die Investitionssteuergutschrift (ITC) für US-Solarprojekte. Mit einem anfänglichen Produktionsvolumen von jährlich zwei Gigawatt Solarzellen und -modulen in den USA hat Meyer Burger durch die neue Fertigung die Möglichkeit, von Produktionsbeginn im Jahr 2024 bis Ende 2032 Steuergutschriften von bis zu 1,4 Mrd. USD zu erhalten. Für einen schnellen Produktionsstart hat sich Meyer Burger eine ehemalige Halbleiterfabrik als Standort gesichert und einen langfristigen Mietvertrag zu regionalen Marktkonditionen abgeschlossen. Durch die neue Fertigung werden nach Unternehmensangaben mehr als 350 direkte Arbeitsplätze schaffen.

Im Rahmen der Entscheidung, das Solarzellenwerk in den USA anzusiedeln, erhält Meyer Burger neben den IRA-Steueranreizen von der Stadt Colorado Springs und dem US-Bundesstaat Colorado weitere fast 90 Mio. USD, hauptsächlich in Form von Steuergutschriften, direkter Unterstützung und vergünstigten Strom- und Wassertarifen. Darüber hinaus sind Vorauszahlungen von Modul-Abnehmern und ein Darlehen des US-Energieministeriums (DoE) in Höhe von insgesamt mehr als 300 Mio. USD absehbar. Diese sollen zur Finanzierung des Wachstums von Meyer Burger in den Vereinigten Staaten beitragen.

„Meyer Burger arbeitet derzeit an weiteren Multi-Gigawatt-Abnahmeverträgen in den USA mit neuen Kunden. Wir prüfen bereits Möglichkeiten, weitere Produktionskapazitäten für Solarzellen und -module in den USA aufzubauen“, so Meyer Burger CEO Gunter Erfurt über die aktuellen US-Pläne des Unternehmens.

Pläne zur Ausweitung der Produktion in Deutschland verschoben
Der beschleunigte Produktionsplan in den USA wird durch eine Umleitung von Produktionsmaschinen ermöglicht, die ursprünglich für die bereits angekündigte Erweiterung der Solarzellenfabrik am Standort Thalheim in Bitterfeld-Wolfen, Deutschland, vorgesehen waren. Diese Anlagen sollen nun am in Colorado Springs installiert werden, um den geplanten Fertigstellungstermin der Zellfabrik im Jahr 2024 einzuhalten.

Im Rahmen der erfolgreichen Bewerbung von Meyer Burger für den EU-Innovationsfonds ist zu einem späteren Zeitpunkt ein Ausbau im Multi-Gigawatt-Bereich in Thalheim geplant. Voraussetzung für solche Investitionen sind günstige Marktbedingungen und sichere, faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Solarhersteller in der EU, so Meyer Burger. Am kürzlich angekündigten Interessensbekundungsverfahren der deutschen Bundesregierung für eine Renaissance der PV-Industrie in Deutschland will sich das Unternehmen nach eigenen Angaben beteiligen.

Keine EBITDA-Guidance für 2023 wegen anhaltend schwieriger Marktprognosen
Neben der Ankündigung der aktuellen US-Pläne hat Meyer Burger auch vorläufige Finanzergebnisse für das erste Halbjahr 2023 bekannt gegeben und sich zu den weiteren Geschäftsaussichten geäußert. Demnach hat sich in den ersten sechs Monaten der Preisdruck negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt, der vor allem durch das chinesische Überangebot auf den Märkten entstanden ist, insbesondere im derzeit nicht regulierten Solarmarkt der Europäischen Union. Darüber hinaus wirkten sich erhebliche Waferpreissenkungen, die erst ab dem dritten Quartal 2023 wirksam werden, rückwirkend auf das Ergebnis im ersten Halbjahr aus.

Zusätzlich erwartet Meyer Burger Sondereffekte aufgrund der Wertminderung von Lagerbeständen von Solarmodulen sowie durch Lagerschutzklauseln der wichtigsten Vertriebspartner in Höhe von insgesamt rund minus 13 Mio. CHF. Insgesamt könnte dies zu einem (noch nicht auditierten) EBITDA-Ergebnis für das erste Halbjahr in Höhe von rund minus 42 Mio. CHF führen.

Auch für das zweite Halbjahr 2023 rechnet Meyer Burger mit einer herausfordernden Marktsituation und hat daher die Vertriebs- und Marketingaktivitäten in allen Märkten deutlich verstärkt. Zudem werden Preisanpassungen umgesetzt, um gesunkenen Waferpreisen Rechnung zu tragen. Von diesen Maßnahmen erwartet sich Meyer Burger insgesamt einen positiven Einfluss für das zweite Halbjahr 2023.

Aufgrund der anhaltend schwierigen Marktprognosen sieht Meyer Burger ab sofort von einer Guidance auf EBITDA-Ebene für 2023 ab.

© IWR, 2023


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24.07.2023

 



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