EnWG-Novelle: Ampel-Parteien wollen Abregelung von Grünstrom mit Auktionsmodell reduzieren
Berlin - Die Bundestags-Fraktionen von SPD, Grünen und FDP haben kurzfristig einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem eine neue Regelung zum Umgang mit abgeregelten Grünstrommengen in die geplante Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgenommen werden soll.
Ziel der Regelung ist es, mit Hilfe von Auktionen die Nutzung von ansonsten abgeregelter Grünstromerzeugung anzureizen. Zuschaltbare Lasten wie zum Beispiel Power-to-Heat-Anlagen oder Elektrolyseure könnten mit diesen regenerativ erzeugten Strommengen dann Wasserstoff oder Wärme produzieren. Auf diesem Weg könnten auch andere Sektoren vom Prinzip „Nutzen statt Abregeln“ profitieren.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt den eingebrachten Änderungsantrag und betont grundsätzlich alle Maßnahmen zu unterstützen, die eine Nutzung von regenerativen Strommengen ermöglichen, die ansonsten wegen strombedingter Engpässe nicht erzeugt worden wären. Gleichzeitig weist der BDEW aber auch auf Knackpunkte hin, die aus Verbandssicht bestehen.
Die geplante detaillierte Regelung im Energiewirtschaftsgesetz (§ 13k EnWG) sieht ein Auktionsmodell vor. Demnach sollen die Übertragungsnetzbetreiber die in Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugten Strommengen in täglichen Ausschreibungen an die Betreiber von zusätzlichen zuschaltbaren Lasten versteigern. Auch für Verteilnetzbetreiber der 110 kV-Spannungsebene ist eine Regelung vorgesehen. Hierzu seien aber noch verschiedene grundlegende Fragen unter anderem durch die Bundesnetzagentur zu klären. Deshalb sei nicht absehbar, ob dies ein in der Praxis erfolgreiches Instrument sein werde. So sei das relevante Kriterium der „Zusätzlichkeit“ noch nicht näher definiert, betont der BDEW.
Sehr wichtig ist es aus BDEW-Sicht, dass die Betreiber von Stromverteilnetzen adäquat in das System und die erforderlichen Kommunikationsstränge einbezogen werden. Ganz grundsätzlich muss die Energiebranche bei so komplexen Instrumenten unbedingt umfassend einbezogen werden, fordert der BDEW.
„Nur wenn die energiewirtschaftliche Praxis und Erfahrung unserer Branche umfassend konsultiert wird, lassen sich Wirkung und Erfolgsaussichten eines solchen Vorhabens angemessen bewerten. Das gilt insbesondere auch unter Berücksichtigung der Komplexität unseres Energiesystems“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung Kerstin Andreae.
© IWR, 2026
Stellenangebot: EWR Netz GmbH sucht Experte Smart-Meter-Rollout (m/w/d) RWE gewinnt in britischer Wind- und Solarausschreibung: RWE erhält Zuschläge für 290 MW Solar- und Windprojekte in Großbritannien
Klimaschutz trifft Landwirtschaft: Hightech-Gewächshaus auf dem Schneeberghof in Gerbach startet mit 100 Prozent Wind- und Solarenergie
BMW und Eon kooperieren bei V2G: BMW und Eon starten erstes kommerzielles Vehicle-to-Grid-Angebot in Deutschland
Smart-Meter-Rollout: Enercity Netz migriert mehr als 13.000 Gateways bei bundesweit größtem Betreiberwechsel zu EnBW
Flexibilitätsmärkte und Batteriespeicher im Fokus: Emsys VPP und Pure Energy starten gemeinsame Regelleistungsvermarktung
Das könnte Sie auch noch interessieren
Stromstatisik- Erzeugung, Import, Export Deutschland
Jobticker - Neuzugänge Energiejobs
Stromrechner - Anbieter wechseln und Geld sparen
20.10.2023



