Gemeinsames Strategiepapier: Verbände skizzieren Wege für erfolgreiche Energiewende
Berlin - Für den Umbau des Energiesystems werden allein bis 2030 rund 600 Mrd. Euro notwendig sein, bis 2045 wird der Bedarf sogar auf mindestens eine Billion Euro anwachsen. Nicht zuletzt durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds rückt die Finanzierungsfrage zunehmend in den Fokus.
BDEW, VKU und Deloitte haben sich gezielt mit den Finanzierungsherausforderungen der Energiewende befasst und ihre Empfehlungen in dem Strategiepapier „Kapital für die Energiewende“ zusammengefasst. Das Papier, das von der Deutschen Kreditwirtschaft unterstützt wird, macht konkrete Empfehlungen, die zu einer gesicherten Finanzierung der Energiewende beitragen und Investitionshemmnisse beseitigen können.
Angesichts des hohen Kapitalbedarfs betonen BDEW, VKU und Deloitte, dass künftig insbesondere auch privates Kapital für die Energiewende mobilisiert und die Finanzierung noch stärker auf möglichst viele Schultern verteilt werden muss. Eine der wichtigsten Aufgaben der Energiepolitik sei es, einen effizienten Investitionsrahmen zu schaffen, der wirtschaftlich attraktive Energiewendeprojekte ermöglicht. Entscheidend sind die richtige Balance und ein Mix aus verschiedenen Instrumenten, die zusammenwirken und sich verstärken.
Zu den konkreten Handlungsfeldern gehören nach dem Strategiepapier unter anderem gezielte Maßnahmen zur Eigenkapitalstärkung der Unternehmen, die Energiewendeprojekte umsetzen. Die Verbände schlagen darüber hinaus die Anpassung des regulatorischen Rahmens vor, mit dem Ziel, die Finanzierung deutlich zu erleichtern. Eine weitere Empfehlung lautet, verstärkt Energiewende-Fonds aufzulegen, um staatliche Beteiligungsinvestitionen kombiniert mit Geldern aus der Privatwirtschaft oder von privaten Investoren zu ermöglichen und zu fördern. Zu den Vorschlägen zählt außerdem eine gezielte Unterstützung der Bürgerbeteiligung an Energiewendeprojekten sowie ein konsequenter Bürokratieabbau etwa durch Übernahme standardisierter Nachhaltigkeits-Definitionen und -Kriterien (ESG). Des Weiteren sollten der Zugang zu Fördergeldern vereinfacht und kreditfinanzierte Energiewende-Investitionen durch Garantien von Bund und Ländern bestmöglich abgesichert werden.
Gleichzeitig, so die Verbände, sei für ein gutes Investitionsklima die breite Unterstützung und Beteiligung von Politik und Gesellschaft erforderlich, um die Akzeptanz zu stärken und das Tempo der Energiewende weiter zu beschleunigen.
„Der plötzliche Wegfall von 60 Mrd. Euro aus dem Kima- und Transformationsfonds durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts macht den Handlungsbedarf noch dringlicher: Wir können uns bei der Finanzierung der Energiewende nicht auf öffentliche Mittel verlassen. Mehr denn je gilt es, privates Kapital für die Energiewendeprojekte zu gewinnen“, kommentiert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung das Strategiepapier.
© IWR, 2026
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