Geothermie-Offensive in München: München startet größte innerstädtische Geothermie-Erkundung Deutschlands
Essen/München – Im Großraum München beginnt 2026 die bislang umfangreichste seismische Untersuchung eines urbanen Gebiets in Deutschland. Ziel ist es, das Potenzial der tiefen Geothermie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erschließen.
Beauftragt wurde das Essener Unternehmen DMT, eine Tochter der TÜV Nord Group. Die Messkampagne ist Teil des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts GIGA-M, an dem die Technische Universität München (Koordination), die Stadtwerke München (SWM, Leitung Seismik), Energie-Wende-Garching (Partner der Seismik), die Energieagentur Ebersberg-München, der Landkreis München und die Landeshauptstadt München beteiligt sind.
Untersucht wird eine Fläche von 1.100 Quadratkilometern – mehr als das Vierfache der Fläche eines ähnlichen Projekts in Münster, das bislang als größtes galt. „Solche groß angelegten Untersuchungen in dicht besiedelten Stadtgebieten sind anspruchsvoll, aber mit der nötigen Expertise machbar und unverzichtbar, wenn wir das geothermische Potenzial für eine zukunftssichere Wärmeversorgung erschließen wollen“, so Dr. Christian Henke von DMT.
Mit Hilfe von Vibro-Trucks und Geophonen wird ein 3D-Modell des Untergrunds erstellt, das geeignete Thermalwasser-Reservoire identifizieren soll. Auf dieser Grundlage sollen gezielt Standorte für neue Geothermieanlagen abgeleitet und bestehende Systeme optimiert werden. Mithilfe der neuen, weiträumigen seismischen Messkampagne soll die Datenbasis geschaffen für eine deutliche Erweiterung der geothermischen Nutzleistung von derzeit ca. 400 Megawatt auf über 1.000 Megawatt (1 Gigawatt) werden.
Der Großraum München liegt im geologisch günstigen voralpinen Molassebecken und gilt bundesweit als Vorreiter bei der Nutzung tiefer Geothermie. „Wir rechnen mit einer anhaltend hohen Nachfrage, da viele Kommunen Wege suchen, um ihre Klimaziele im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung zu erreichen“, so DMT-CEO Dr. Maik Tiedemann.
© IWR, 2026
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