Netzausbau: 40 km langer Teilabschnitt der Uckermarkleitung in Betrieb
Berlin - Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist jetzt der rund 40 Kilometer lange südliche Teilabschnitt der Uckermarkleitung in Betrieb gegangen. Die 380kV-Leitung beginnt nördlich des Umspannwerkes Neuenhagen bei Berlin, läuft über mehr als einhundert neue Strommasten und geht schließlich in der Nähe von Golzow bei Britz in die vorhandene Bestandsleitung über.
Die Uckermarkleitung soll Strom aus Erneuerbaren Energien im Nordosten Brandenburgs und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns in die industrie- und verbraucherstarken Gebiete, insbesondere Berlins, transportieren. Darüber hinaus ist sie durch die Anbindung an das Umspannwerk Vierraden und den dortigen Interkonnektor mit dem polnischen Krajnik auch für die Energiewende auf europäischer Ebene von Bedeutung.
Sobald die Uckermarkleitung vollständig in Betrieb geht, verbindet sie die Umspannwerke Neuenhagen und Bertikow bei Prenzlau mit einer etwa 115 Kilometer langen 380kV-Leitung. Über eine sogenannte Einschleifung wird zudem das Umspannwerk Vierraden an die Uckermarkleitung angebunden.
Da die neue Leitung bisher in die Bestandsleitung übergeht, wird sie zunächst weiterhin mit einer Spannung von 220 kV betrieben. Sobald die Uckermarkleitung an das Umspannwerk Vierraden angeschlossen wird, ist als nächster Schritt eine Erhöhung auf 380 kV vorgesehen. Der Rückbau der alten 220 kV-Trasse im Bereich des heute in Betrieb genommenen Abschnittes beginnt Ende dieses Jahres.
Der Vorsitzende der 50Hertz-Geschäftsführung Stefan Kapferer zeigte sich zufrieden über die jetzigen Fortschritte bei dem Leitungsprojekt, kritisiert den bisherigen Verlauf des Genehmigungsverfahrens aber scharf. „Doppelprüfungen nahezu gleicher Sachverhalte, unzureichende personelle und technische Ausstattung von Genehmigungsbehörden und Gerichten, Vorrang von Einzelinteressen vor den Interessen der Allgemeinheit: Das alles hat dazu geführt, dass das Genehmigungsverfahren 17 Jahren gedauert hat! Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, können wir uns solche Genehmigungszeiten künftig nicht mehr leisten“, so Kapferer. Gut sei, dass die gegenwärtige Bundesregierung das erkannt und bereits an vielen Stellschrauben zur Genehmigungsbeschleunigung gedreht habe.
© IWR, 2026
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