Strompreise sinken: Strom-Großhandelspreise im Oktober 2023 über 40 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat
Münster - Trotz des Atomausstiegs im April 2023 waren die Strompreise im Großhandel im Oktober 2023 in Deutschland um 43,1 Prozent niedriger als im Oktober 2022.
Das geht aus einer Auswertung von Daten der EPEX Spot-Strombörse durch das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) hervor. Der Monatspreis für Strom im Großhandel für das deutsche Marktgebiet erreichte danach im Oktober 2023 im Mittel 8,7 ct/kWh (Okt. 2022: 15,3 ct/kWh).
Auch im zweijährigen Vergleich (Okt. 2021: 14,0 ct/kWh) ist das ein deutlicher Rückgang um 37,9 Prozent, obwohl 2021 zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch sechs Atomkraftwerke in Betrieb waren.
„Die Gründe für den drastischen Preisrückgang im Strom-Großhandel liegen in den deutlich gesunkenen Gaspreisen, der sukzessiven Rückkehr 2022 ausgefallener französischer Atomkraftwerke in den Strommarkt und dem rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien im laufenden Jahr“, so IWR-Chef Dr. Norbert Allnoch in Münster.
Die niedrigeren Gaspreise im Jahr 2023 sorgen indes wieder für einen vermehrten Einsatz von Gaskraftwerken in Deutschland. Die Kohleverstromung in Deutschland ist in den ersten 10 Monaten 2023 trotz des Atomausstiegs bisher kräftig eingebrochen: So ist der Einsatz von Braunkohle zur Stromerzeugung nach den Daten der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) im Vergleich zum Vorjahreszeitrau9m bislang um 20 Prozent zurückgegangen. Die Steinkohle-Kraftwerke produzierten fast 32 Prozent weniger Kohlestrom als im Vorjahres-Vergleichszeitraum.
Als preisdämpfend hat sich im Jahr 2023 auch der rasante Zubau an erneuerbaren Energien in Deutschland ausgewirkt. Von Januar bis Oktober sind in Deutschland neue Wind- und Solaranlagen mit einer Rekord-Gesamtleistung von knapp 14.900 MW neu in Betrieb gegangen. Davon entfallen rd. 3.200 MW auf neue Windenergieanlagen (On- und Offshore) sowie 11.700 MW auf Photovoltaik-Anlagen.
© IWR, 2026
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