Vorrang beim Ausbautempo: Encavis streicht Dividende - Aktie bricht kurz ein
Hamburg - Der Hamburger Wind- und Solarparkbetreiber Encavis hat schon jetzt bei wichtigen Zielkennzahlen die Werte der Wachstumsstrategie 2025 übertroffen. Trotzdem soll der Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 in voller Höhe auf neue Rechnung vorgetragen und auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet werden.
Die Anleger quittieren die Meldung mit einem hohen Abschlag. Im Tagestief fällt die Encavis-Aktie auf unter 14,10 Euro. Im Laufe des Tages kommt es dann jedoch wieder zu einer Erholung auf über 15 Euro.
Aufsichtsrat und Vorstand wollen mit dem Schritt das Wachstum der vergangenen Jahre aus eigener Kraft deutlich beschleunigen. Ziel ist es, bis Ende 2027 rund 5,8 Gigawatt (GW) und damit mehr als das 2,5-fache der heutigen Erzeugungskapazität am Netz angeschlossen zu haben. Darüber hinaus sollen zu diesem Zeitpunkt dann 2,2 GW in der Errichtung sein.
Im Geschäftsjahr 2022 steigerte der Konzern die Stromproduktion auf rund 3,133 Mrd. kWh und damit knapp 14 Prozent höher als im Vorjahr (2021: 2,755 Mrd. kWh). Der Umsatz übertrifft mit 462,5 Mio. Euro (nach Abzug der Strompreisbremse) den Vorjahresumsatz um 39 Prozent (2021: 332,7 Mio. Euro). Auch das operative Ergebnis auf Basis EBITDA kletterte kräftig auf 350 Mio. Euro (Vorjahr: 256,4 Mio. Euro).
Für das Jahr 2023 erwartet Encavis trotz der deutlich gesunkenen Strompreise nur leicht rückläufige Umsätze. „In diesem Jahr stark rückläufiger Strompreise überall in Europa zeigt sich die Resilienz des Encavis Geschäftsmodells. Bei Strompreisen, die zwischen 30% und 50% unter dem Vorjahresniveau liegen, erwarten wir einen Umsatzrückgang von lediglich rund 5%. Das durch die hohen Strompreise des Vorjahres geprägte Ergebnis pro Aktie wollen wir im laufenden Jahr sogar noch übertreffen,“ so Dr. Christoph Husmann, Sprecher des Vorstands und CFO.
Beim Umsatz erwartet Encavis für 2023 etwas mehr als 460 Mio. Euro, das sind 440 Mio. Euro nach Abzug der Strompreisbremse. Das operative EBITDA wird 2023 voraussichtlich mehr als 310 Mio. Euro betragen (2022: 350,0 Mio. Euro). Das operative Ergebnis je Aktie soll dagegen 2023 mehr als 0,60 Euro betragen und damit den Vorjahreswert leicht übertreffen (2022: 0,60 Euro).
© IWR, 2026
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