Weg von Öl und Gas: Wärmewende in Deutschland erhält neuen Schub
Berlin - Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wollen den Umstieg auf erneuerbare Wärme beschleunigen.
Geht es nach dem Koalitionsvertrag, dann soll jede neu eingebaute Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien betrieben werden. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat die Koalition bereits am 23. März 2022 entschieden, dass diese Vorgabe möglichst bereits ab dem 1. Januar 2024 für jeden Heizungsaustausch in neuen oder bestehenden Gebäuden gelten soll.
Zur Umsetzung dieser Vorgabe ist jetzt ein Konzept erarbeitet worden. Weil der Umbau der Wärmeerzeugung mit großen und zahlreichen Herausforderungen verbunden ist, sollen das Vorhaben breit im Rahmen einer öffentlichen Konsultation in den nächsten Wochen mit den betroffenen Akteuren diskutiert werden soll.
Über 80 Prozent der Wärmenachfrage wird derzeit noch durch die Verbrennung von Öl und Gas gedeckt, die zum allergrößten Teil importiert werden. Im Gebäudewärmebereich dominiert dabei Erdgas, insb. aus Russland. Über 410 TWh (rd. 40 Mrd. m³) Erdgas wurden 2021 zur Deckung der Wärmenachfrage in Gebäuden verbrannt. Dies sind über 40 Prozent des gesamten in Deutschland verbrauchten Erdgases. Fast jeder zweite deutsche Haushalt heizt mit Erdgas. Bei den neu installierten Heizungen beträgt die Quote sogar 70 Prozent.
Das Konzept soll nun breit diskutiert werden, unter anderem mit Immobilien-, Mieter-, Sozial-, Verbraucher und Umwelt- Verbänden. Die Konsultation dauert sechs Wochen, bis zum 22. August 2022. Auf Basis der Ergebnisse werden BMWK und BMWSB einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der neuen Vorgaben erstellen.
© IWR, 2026
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