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Solarzubau zieht im Dezember an

Münster – Der Ausbau der Photovoltaik bleibt in Deutschland seit Jahren weit hinter den Zielen der Bundesregierung zurück. Im Dezember 2016 legt der PV-Zubau nun noch einmal spürbar zu, von einer deutlichen Markbelebung kann aber noch keine Rede sein.

Nach den Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) sind im Dezember 2016 deutlich mehr Meldungen über die Inbetriebnahme von Photovoltaik(PV)-Anlagen eingegangen als im Dezember 2015. Eine grundlegende Marktbelebung ist aber noch nicht in Sicht.

PV-Meldungen steigen im Dezember 2016 an
Im Dezember 2016 gingen Meldungen über die Inbetriebnahme von PV-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 441 Megawatt (MW) bei der BNetzA ein, deutlich mehr als im Vorjahr (Dezember 2015: 115 MW). Im Dezember 2016 entfielen 376 MW der Meldungen auf kleinere Dachanlagen und 65 MW auf Freiflächenanlagen.

Die Meldezahlen sind allerdings nicht dem tatsächlichen Zubau gleichzusetzen, da auch Nachmeldungen für vorherige Monate und Jahre enthalten sind. Von den bei der Bundesnetzagentur im Dezember neu gemeldeten Anlagen mit einer Leistung von 441 MW sind tatsächlich 393 MW auch im Dezember 2016 in Betrieb gegangen. Das ist erheblich mehr als im Dezember 2015, in dem der reale Zubau rd. 149 MW erreichte.

Gesamtzubau 2016 leicht über Vorjahresniveau
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2016 lässt sich bereits absehen, dass das Zubauniveau des Vorjahres leicht überschritten wird. Insgesamt wurden nach dem aktuellen Stand der bislang vorliegenden BNetzA-Daten von Januar bis Dezember 2016 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von über 1.400 MW tatsächlich neu in Betrieb genommen (2015: 1.440 MW). Die Bundesregierung peilt einen Zubaukorridor von jährlich 2.400 bis 2.600 MW an.

Solarverband verzeichnet steigende Nachfrage
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) gibt sich hier mit Blick auf die hohen Meldezahlen zum Jahresende bereits optimistisch und sieht die "Sonnenfinsternis im Solarsektor" vorüber. Ein Teil des Zubaus im Dezember kann allerdings auf Vorzieheffekte vor den kommenden Ausschreibungen zurückzuführen sein, wie der Verband einschränkt. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V., erklärte: „Bereits seit einigen Monaten verzeichnen wir in wichtigen Marktsegmenten ein spürbares Anziehen der Nachfrage. Offensichtlich spricht es sich zunehmend rum, dass sich Solaranlagen wieder rechnen.“

Über die PV-Zahlen der Bundesnetzagentur
Betreiber von Photovoltaik-Anlagen müssen ihre Anlagen bei der Bundesnetzagentur melden. Aus verschiedenen Gründen erfolgt dies nicht immer zeitnah zur Inbetriebnahme. Zeitpunkt der Meldung an die Bundesnetzagentur und Inbetriebnahme-Datum fallen dann auseinander. Deshalb können die PV-Meldezahlen nicht einfach als Marktdaten für den realen Zubau übernommen werden. Die gemeldeten PV-Zahlen dienen nur als Berechnungsgrundlage für die Höhe der PV-Vergütung, unabhängig davon, wann die Anlage in Betrieb gegangen ist. Um das tatsächliche PV-Zubau- bzw. Marktvolumen eines Jahres zu ermitteln, müssen die Roh-Meldezahlen der Bundesnetzagentur erst um die Zahlen aus den Vorjahren bereinigt werden.

© IWR, 2017

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