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Solarworld: Welche Gläubiger in die Röhre schauen

Bonn – Nach einem aktuellen Bericht des Handelsblatts liegt die Insolvenzquote für einige Gläubiger der insolventen Solarworld AG nur im unteren einstelligen Prozentbereich. Doch nicht alle Anleger sind davon betroffen.

Die Gläubiger der insolventen Solarworld AG, die operativ inzwischen in abgespeckter und angepasster Form als Solarworld Industries GmbH weiterläuft, können je nach Art der Forderung in zwei Hauptgruppen unterteilt werden. Es gibt besicherte und unbesicherte Forderungen. Für die Gläubiger mit unbesicherten Forderungen wird es hart.

Anleihegläubiger verlieren Großteil des der Investition
Laut Handelsblatt werden diejenigen Solarworld-Gläubiger, die nur unbesicherte Forderungen geltend machen können, mehr als 90 Prozent des Kapitals verlieren. Dies sei bei einer Gläubigerversammlung klar geworden. Die Insolvenzquote liege für diese Gläubigergruppe voraussichtlich nur im unteren einstelligen Prozentbereich. Anleihegläubiger sind aber von dieser sehr geringen Insolvenzquote nicht betroffen, da deren Forderungen abgesichert sind. Klar ist, dass die Aktionäre der Solarworld AG erst ganz zum Schluss bedient werden und nicht viel zu erwarten haben. Darauf hatte Solarworld auch im August nochmals ausdrücklich hingewiesen. Doch neben den Aktionären verlieren auch die Gläubiger, die zum Beispiel als ganz normale Geschäftspartner der Solarworld AG über keine besicherten Forderungen verfügen, offenbar mehr als 90 Prozent des eigentlich zustehenden Geldes.

Solarworld von Insolvenz im Mai bis zur Neuaufstellung
Die Solarworld AG hatte im Mai 2017 Insolvenz angemeldet. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens hat dann die neue Solarworld Industries GmbH die Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse erworben mit dem Ziel, wesentliche Teile der Solarzellen- und Modulproduktion sowie den Vertrieb weiterzuführen. Gesellschafter der neuen Solarworld Industries GmbH sind der Solarworld-Unternehmensgründer Frank Asbeck sowie die Qatar Solar Technologies, ein Tochterunternehmen der gemeinnützigen Qatar Foundation. Die neue Solarworld konzentriert sich auf die Herstellung von Photovoltaik-Zellen und Modulen. Von ursprünglich über 1.700 Mitarbeitern in Deutschland sind zunächst 1.200 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft überführt worden. Gut 500 Mitarbeiter waren an den drei Standorten Arnstadt, Freiberg und Bonn verblieben. Ende September teilte Solarworld Industries mit, die Produktion laufe auf Hochtouren und man stelle 77 alte Mitarbeiter wieder ein, die zwischenzeitlich in der Transfergesellschaft gelandet waren.

© IWR, 2017


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13.10.2017

 




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