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Bundesregierung will Produktion von Batteriezellen in Deutschland

© BMBF/Hans-Joachim Rickel© BMBF/Hans-Joachim RickelBerlin - Die Bundesregierung will unbedingt die Produktion von Batteriezellen am Standort Deutschland. Wichtige Industrieakteure sind wegen der geringen Wertschöpfung skeptisch und scheuen das hohe Risiko.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat beim Batterieforum in Berlin das neue Dachkonzept „Forschungsfabrik Batterie“ vorgestellt. Das Ziel ist eine konkurrenzfähige industrielle Batteriezellfertigung in Deutschland.

Neuausrichtung der Batterieforschung in Deutschland
Weltweit steigt die Nachfrage nach Batterien und sie sind nach Einschätzung des Bundesforschungsministeriums eine Schlüsseltechnologie – beispielsweise für die Elektromobilität. Doch bisher kommen die meisten Batterien aus Asien, während nicht eine einzige Batteriezelle der heutigen E-Autos in Deutschland produziert wird. „Wir müssen unsere Kapazitäten vergrößern“, mahnte Bundesforschungsministerin Karliczek daher. Mit ihrem neuen Konzept sollen alle bisherigen Fördermaßnahmen und -programme zur Batterieforschung unter einem Dach gebündelt werden.

500 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren
In den kommenden vier Jahren möchte das Bundesforschungsministerium weitere 500 Millionen Euro investieren, um die technologische Souveränität Deutschlands in der Batterietechnologie zu sichern. Das Geld soll in die gesamte Wertschöpfungskette fließen: 1. die Materialforschung und -konzepte mit der Initiative "Excellent Battery", die Konzeption der Zellen und Prozesse mit dem Kompetenzcluster "ProZell" sowie die Produktionsforschung für eine industrielle Batteriezellfertigung in der neu zu errichtenden "Forschungsfertigung Batteriezelle". Bis Mitte des Jahres 2019 soll der Standort der neuen Einrichtung ausgewählt werden.

Zu hohes Risiko: Bosch setzt auf Zukauf statt Eigenfertigung von Batteriezellen
Bereits im Februar 2018 hatte Bosch angekündigt, auf eine eigene Fertigung von Batteriezellen zu verzichten. Das technische Potential sei bei Bosch zwar vorhanden, aber das wirtschaftliche Risiko einfach zu hoch. Berechnungen haben nach Angaben von Bosch ergeben, dass sich alleine die Anfangsinvestition in eine wettbewerbsfähige und marktrelevante Zellfertigung auf rund 20 Milliarden Euro belaufen würde. Mit dieser Summe ließen sich Fertigungskapazitäten von rund 200 Gigawattstunden aufbauen. Das entspräche einem Marktanteil von 20 Prozent und damit einer führenden Marktposition.

Zu den hohen Anfangsinvestitionen kämen aber noch Betriebskosten in Milliardenhöhe. Zudem entfallen drei Viertel der Herstellkosten auf Materialkosten, so Dr. Mathias Pillin, der bei Bosch die Elektromobilitätsaktivitäten verantwortet. In nur einem geringen Anteil der Wertschöpfung könnten danach Wettbewerbsvorteile erarbeitet und ausgespielt werden. Es bleibe mit Blick auf die dynamischen und nur schwer vorhersagbaren externen Marktfaktoren offen, ob und wann sich diese Investition für Bosch rechnen würde. Eine solch risikobehaftete Investition ist damit im Gesamtinteresse des Unternehmens nicht vertretbar, so Pillin.

Daimler hat schon Batteriezellen für 20 Milliarden Euro geordert
Im Dezember 2018 hat Daimler bekannt gegeben, Batteriezellen für 20 Milliarden Euro auf dem Weltmarkt gekauft zu haben. Die Lieferanten produzieren Batteriezellen aktuell bereits in Asien und Europa und expandieren weiter in Europa und zusätzlich in den USA, teilte Daimler damals mit. Die Zellen will Daimler auch weiter auf dem Weltmarkt kaufen und sich auf die Kernkompetenz der Batteriemontage konzentrieren.

© IWR, 2019


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