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Klimawandel: Weltklimarat legt alarmierenden Bericht vor

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaGenf - Der Weltklimarat hat einen neuen Bericht zum Stand des weltweiten Klimawandels veröffentlicht. Eine Begrenzung der Erwärmung auf knapp 1,5 Grad oder sogar 2 Grad wird demnach unerreichbar, wenn die Treibhausgasemissionen nicht sofort, rasch und in großem Umfang verringert werden. Die Wissenschaft schlägt Alarm.

Laut dem jüngsten, am heutigen Montag (09.08.2021) veröffentlichten Bericht des Weltklimarates IPCC beobachten Wissenschaftler weltweit in allen Regionen und im gesamten Klimasystem Veränderungen des Erdklimas. Viele dieser Veränderungen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaftler beispiellos für Tausende, wenn nicht sogar Hunderttausende von Jahren. Einige der bereits in Gang gesetzten Veränderungen - wie der anhaltende Anstieg des Meeresspiegels - sind auch bei sofortigem Gegensteuern über Hunderte bis Tausende von Jahren unumkehrbar.

IPCC veröffentlicht ersten Teil des Sechsten IPCC-Sachstandsberichts über Naturwissenschaftliche Grundlagen
Der jetzt vorgelegte Berichtsteil der Arbeitsgruppe I ist der erste Teil des Sechsten Sachstandsberichts (AR6) des Weltklimarates IPCC und informiert über die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Er enthält neue Schätzungen über die Wahrscheinlichkeit, dass die globale Erwärmung in den nächsten Jahrzehnten die Marke von 1,5 Grad überschreitet, und kommt zu dem Schluss, dass eine Begrenzung der Erwärmung auf knapp 1,5 Grad oder sogar 2 Grad unerreichbar ist, wenn die Treibhausgasemissionen nicht sofort, rasch und in großem Umfang verringert werden. Der Bericht zeigt aber auch, dass menschliches Handeln immer noch das Potenzial hat, den künftigen Verlauf des Klimas zu bestimmen.

Nach den Analysen des IPCC sind die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen in den ersten beiden Jahrzehnten des 21 Jahrhunderts gegenüber 1850-1900 (vorindustrielle Zeit) für bis zu etwa 1,1 Grad Erwärmung verantwortlich. Darüber hinaus stellen die Wissenschaftler in ihrem Bericht fest, dass die globale Erwärmung im Durchschnitt der nächsten 20 Jahre voraussichtlich 1,5 Grad erreichen oder überschreiten wird. Diese Einschätzung beruht auf verbesserten Beobachtungsdaten zur Bewertung der historischen Erwärmung sowie auf Fortschritten im wissenschaftlichen Verständnis der Reaktion des Klimasystems auf vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen.

Alle Regionen auf der Erde vom Klimawandel betroffen
Laut Bericht geht der IPCC davon aus, dass die Klimaveränderungen in den kommenden Jahrzehnten in allen Regionen zunehmen werden. Dabei wird es bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad immer häufiger zu Hitzewellen, längeren warmen und kürzeren kalten Jahreszeiten kommen. Bei 2 Grad globaler Erwärmung würden Hitzeextreme häufiger kritische Toleranzschwellen für Landwirtschaft und Gesundheit erreichen, so die Wissenschaftler.

Der Klimawandel bringt in verschiedenen Regionen über die Temperatureffekte hinaus eine Vielzahl an Veränderungen mit sich, die sich mit der weiteren Erwärmung noch verstärken werden. So intensiviert der Klimawandel z.B. den Wasserkreislauf. Dies führt zu intensiveren Niederschlägen und damit verbundenen Überschwemmungen, aber auch zu stärkerer Trockenheit in vielen Regionen. Außerdem sind Veränderungen im Niederschlagsmuster zu erwarten. In hohen Breitengraden werden die Niederschläge wahrscheinlich zunehmen, während sie in großen Teilen der Subtropen abnehmen werden.

In den Küstengebieten wird zudem der Meeresspiegel im 21. Jahrhundert weiter ansteigen, was zu häufigeren und schwereren Überschwemmungen in niedrig gelegenen Gebieten und zu Küstenerosion führen wird. Die weitere Erwärmung wird das Auftauen der Permafrostböden, den Verlust der saisonalen Schneedecke, das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde und den Verlust des arktischen Meereises im Sommer verstärken. Für die Städte könnten sich einige Aspekte des Klimawandels verstärken, darunter Hitzeperioden, Überschwemmungen und der Anstieg des Meeresspiegels in Küstenstädten.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Politik angesichts der Warnungen des IPCC dazu aufgefordert, rasch zu handeln. „Wenn wir jetzt unsere Kräfte bündeln, können wir die Klimakatastrophe abwenden. Aber wie der heutige Bericht deutlich macht, gibt es keine Zeit für Verzögerungen und keinen Platz für Ausreden“, so Guterres. Er zähle auf die Staats- und Regierungschefs und alle Beteiligten, um sicherzustellen, dass die UN Klimakonferenz COP26 ein Erfolg werde.


Im Jahr 2022 werden im Februar und März im Rahmen des sechsten IPCC-Sachstandsberichts zwei weitere Bände erscheinen. Sie informieren über den weltweiten Kenntnisstand zu Risiken und Folgen des Klimawandels für Menschen und Ökosysteme, die Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel und Optionen zur Minderung des Klimawandels.


© IWR, 2021


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09.08.2021

 



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