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RWE expandiert in Polen und realisiert innovatives Windprojekt in Deutschland

© RWE© RWEEssen - RWE hat im November 2021 angekündigt, seine Aktivitäten auf den Gebieten Erneuerbare Energien (EE), Energiespeicherung und Wasserstoff im Rahmen einer milliardenschweren Investitions- und Wachstumsstrategie bis 2030 deutlich auszubauen. Durch die Übernahme eines Solarunternehmens in Polen wächst die Solarpipeline jetzt deutlich, auch in Deutschland geht der Ausbau weiter.

Der Energiekonzern RWE stärkt durch die Übernahme des Entwicklers Alpha Solar sein Geschäft mit Erneuerbaren Energien in Polen und ergänzt unter strategischen Gesichtspunkten die bestehende weltweite Entwicklungspipeline für Solarprojekte. In Deutschland plant RWE im Rahmen einer Repowering-Maßnahme den Einsatz eines neuen und innovativen Fundaments. Das Unternehmen hat zudem bekannt gegeben, dass es eine Lösung für den derzeit stillgelegten Windpark Jüchen A44 n in NRW gibt.

RWE expandiert EE-Geschäft in Polen: Erwerb einer 3-Gigawatt-Solarpipeline
RWE hat Alpha Solar, einen polnischen Entwickler für Photovoltaik-Projekte, übernommen und damit das Erneuerbare-Energien-Geschäft in Europa erweitert. Mit der Übernahme erwirbt RWE eine Entwicklungspipeline für Solarprojekte in Polen mit einer Gesamtkapazität von ca. 3.000 Megawatt (3 GW) und ergänzt damit die bestehende globale Solarpipeline von 10.000 MW (10 GW). Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Projekte sind über ganz Polen verteilt. Bei den meisten handelt es sich um Großprojekte in verschiedenen Entwicklungsstadien. RWE übernimmt auch die rund 60 Mitarbeiter des Alpha Solar-Teams. Hauptsitz des Unternehmens ist Warschau, hinzu kommen drei weitere Regionalbüros. Als Teil des RWE-Renewables-Teams werden die Mitarbeiter an der Umsetzung der bestehenden Pipeline von Solarprojekten sowie an der Entwicklung neuer Projekte arbeiten.

Neben dem Ausbau der Solarenergie treibt RWE in Polen den Ausbau seines Portfolios im Bereich Onshore- und Offshore-Wind voran. RWE betreibt in Polen bereits Onshore-Windparks mit einer Leistung von mehr als 420 MW. Zwei Projekte mit 7 MW und 48 MW befinden sich im Bau; zwei weitere Windparks mit 48 MW und 12 MW sollen demnächst in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus bereitet RWE den Bau des Offshore-Windparks F.E.W. Baltic II mit einer Leistung von 350 MW vor und hat sich um alle 11elf von der polnischen Regierung ausgewählten Gebiete in der Ostsee für weitere Offshore-Windparks beworben.

Repowering-Pilotprojekt im Emsland: RWE testet Windturbine mit Fertigteil-Fundament
Für eine Windenergieanlage im Emsland hat RWE ein innovatives Repowering-Projekt beschlossen, das im Bereich Nachhaltigkeit punkten setzen soll. Die 1,8-MW-Anlage, die im Windpark Lengerich seit 2003 in Betrieb ist, wird durch eine moderne 5,7-MW-Turbine ersetzt. Damit kann die deutlich leistungsfähigere Windenergieanlage künftig rechnerisch rd. 4.000 Haushalte mit Strom versorgen, mit der bestehenden Turbine konnte der Bedarf von rd. 1.000 Haushalten gedeckt werden.

Bei der neuen Anlage wird RWE erstmalig ein Fertigteilfundament einsetzen. Das von der Smart & Green Anker Foundations entwickelte Fundament besteht zu 100 Prozent aus im Betonwerk produzierten Fertigteilen. Dabei wird nach RWE-Angaben nur ein Drittel der sonst bei gegossenen Standardfundamenten üblichen Stahl- und Betonmenge verwendet. Da alle Teile in einem Betonwerk vorab produziert werden können, verringert sich zudem die Bauzeit erheblich, da der Bau bei nahezu jedem Wetter stattfinden kann. Auch die Montage verläuft unkomplizierter, kostengünstiger und umweltschonender: Anstatt 120 Betonmischer zu verwenden, werden die Teile per rund 30 LKW-Fahrten angeliefert und anschließend vor Ort verschraubt. Sie können bei einem späteren Rückbau einfach wieder demontiert werden.

Derzeit läuft der Zertifizierungsprozess des innovativen Fundaments. Mit diesem wird für die bereits genehmigte Windenergieanlage eine Änderungsgenehmigung beantragt. Der Rückbau der alten Windenergieanlage ist für Frühjahr nächsten Jahres geplant. Dann erfolgt auch der Baustart der neuen Anlage, die im vierten Quartal 2023 ihren Betrieb aufnehmen soll.

Rückbau der Windturbinen von Jüchen A 44n - Neuer Windpark soll 2023 ans Netz gehen
Neuigkeiten gibt es von RWE auch zu dem Windpark Jüchen A 44n in NRW. Konkret geht es dabei um ein Projekt mit sechs Nordex-Anlagen und einer Gesamtleistung von 27 MW, das derzeit abgeschaltet ist. Nachdem bei einer der Turbinen im August 2021 ein Schaden am Turm festgestellt wurde, erfolgte aus Sicherheitsgründen eine Stilllegung aller Anlagen des Parks. Hersteller und Betreiber haben sich nun auf einen Austausch der Türme geeinigt.

Dazu werden die Windturbinen zunächst vollständig abgebaut und die Türme rückgebaut. Ziel ist es, nach dem Rückbau möglichst schnell neue Anlagen zu errichten. 2023 sollen die sechs Anlagen in dem neuen Windpark mit einer Leistung von 27 MW wieder ans Netz angeschlossen werden.

Konsequenzen für andere Windenergieanlagen, die von RWE betrieben werden, hat der Rückbau nicht, da RWE keine weiteren Anlagen mit diesem spezifischen Turm betreibt.


© IWR, 2022


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