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Appell an Bundesregierung: Breites Bündnis fordert Fortführung der praxisorientierten Forschung zur Elektromobilität

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaFreiburg - Die Bundesregierung plant offensichtlich, die Finanzmittel für die Forschung auf dem Gebiet der Elektromobilität im Klima- und Transformationsfonds auslaufen lassen. Zahlreiche Vertreter aus Forschung und Industrie warnen vor den Folgen für die Automobilindustrie und die Verkehrswende und fordern ein Umdenken.

Ein breites Bündnis aus Forschung und Industrie appelliert an die Bundesregierung, auch im Haushalt 2024 und darüber hinaus Bundesmittel für die anwendungsorientierte Forschung zur Elektromobilität bereitzustellen. Mit einem Offenen Brief wenden sich die Unterzeichner an die Bundesregierung, die plant, Finanzmittel für „Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Elektromobilität“ im Klima- und Transformationsfonds ab dem Haushaltsjahr 2024 massiv zu kürzen und danach auslaufen zu lassen.

Mittelkürzung aus klima- und industriepolitischen Gesichstpunkten fatal
Die Umsetzung der von der Bundesregierung geplanten Mittelkürzung im Bereich der Elektromobilitätsforschung wäre aus klima- und industriepolitischen Gründen fatal, kritisieren die mehr als 25 Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Unternehmensnetzwerke, darunter das Öko-Institut in ihrem offenen Brief.

Das Bündnis appelliert an die Bundesregierung, die Haushaltsplanungen zu korrigieren. Nur so könnten langfristige Schäden für die Transformation des Verkehrssektors, die Erreichung der Klimaziele und die damit verbundene Wertschöpfung einer Schlüsselindustrie in Deutschland abgewendet werden, so die Unterzeichner.

Die deutsche Automobilindustrie befinde sich in einer entscheidenden Phase der Transformation hin zu elektrischen Fahrzeugen. Um eine zukunftsfähige Position im internationalen Wettbewerb zu sichern und die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, sei die Entwicklung eines robusten heimischen Marktes für Elektromobilität unerlässlich. Das gelte auch für das Ziel der Bundesregierung von 15 Millionen Elektroautos und einem Drittel elektrischer Fahrleistung von Lkw bis 2030, heißt es in dem offenen Brief.

Die Bedeutung einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur, stabiler Wertschöpfungsketten und innovativer Industrien wie der Batterieproduktion und deren Recycling sei nicht zu unterschätzen. In diesem Zusammenhang komme praxisorientierter Forschung, insbesondere staatlich geförderten Forschungsprojekten im Bereich Elektromobilität, eine entscheidende Rolle zu. Diese Projekte lieferten unabhängiges Wissen, das für die Umsetzung der Transformation in Politik, Verwaltung und Industrie essenziell sei, so die Unterzeichner weiter.

Bündnis warnt vor gravierenden Auswirkungen für Wirtschaftsstandort Deutschland
Die jüngsten Kürzungen im Forschungsbudget, so der Appell, gefährden die zukünftige industrielle Kompetenz und Leistungsfähigkeit Deutschlands in einem strategischen, eminent wichtigen Zukunftsfeld. Der Verlust von jahrelang aufgebautem Wissen und die damit verbundene Einschränkung der politischen sowie wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit werde gravierende Auswirkungen auf den Standort Deutschland haben. Daher sei es von größter Wichtigkeit, dass in den kommenden Jahren weiterhin ausreichende Bundesmittel für Forschungsprojekte in der Elektromobilität bereitgestellt werden, um die ökologische und industriepolitische Transformation im Verkehrssektor erfolgreich voranzutreiben, so das Bündnis weiter.

Mitunterzeichner des offenen Briefs „Praxisorientierte Forschung zur Elektromobilität weiterführen!“ sind:
Accurec Recycling GmbH, CONTARGO trimodal network, Daimler Truck AG, Deutsche GVZ–Gesellschaft mbH, Entega AG, Fachhochschule Erfurt, Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE), Fraunhofer–Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Fraunhofer–Institut für Verkehrs– und Infrastruktursysteme IVI, Friedrich–Alexander–Universität Erlangen–Nürnberg, Hertie School Centre for Sustainability, Hochschule Darmstadt, Hochschule Pforzheim, hySOLUTIONS GmbH, ifeu – Institut für Energie– und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V., Nuts One GmbH, Öko–Institut e.V., Dr. Patrick Plötz, Reiner Lemoine Institut gGmbH, REWIMET e.V. , RWTH Aachen University, SWM – Stadtwerke München GmbH, Technische Universität Berlin, TU Bergakademie Freiberg, Volkswagen Group Innovation

© IWR, 2024


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30.01.2024

 



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