Oman und Japan bündeln Kräfte bei grünem Wasserstoff – Kanadevia startet Partnerschaft mit Bahwan Engineering
© Adobe/StockOsaka/Muskat – Der japanische Anlagenbauer Kanadevia Corporation und die omanische Bahwan Engineering Company LLC (BEC) haben eine strategische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Projekten für grünen Wasserstoff und kohlenstoffarme Kraftstoffe im Sultanat Oman.
Die japanisch-omanische Kooperation reiht sich in Omans nationale Wasserstoffstrategie ein: Das Land verfolgt mit "Oman Vision 2040" und der Oman Green Hydrogen Strategy das Ziel, sich als globaler Hub für Produktion und Export kohlenstoffarmer Kraftstoffe zu etablieren.
Kooperation deckt gesamten Projektzyklus ab
Die Vereinbarung schafft einen Rahmen für die Zusammenarbeit von der Angebotsphase über Engineering und Beschaffung bis zu Fertigung und Vertrieb von Anlagen für grünen Wasserstoff, E-Methan und weitere kohlenstoffarme Kraftstoffe. Kanadevia bringt dabei seine Wasserelektrolyse-Stack-Technologie ein, die als Kernkomponente von Wasserstoffproduktionssystemen gilt.
BEC ergänzt umfangreiche lokale Erfahrung in Bau und Engineering sowie ein etabliertes Kundennetzwerk im Oman. Durch die Bündelung beider Kompetenzen wollen die Partner gemeinsam Projekte akquirieren und umsetzen, statt lediglich Technologie zu liefern oder Bauleistungen zu erbringen. Kanadevia ist im Sultanat bereits über ein separates Technik-Verifizierungs- und Engineering-Mandat für Oman LNG in ein Methanisierungsprojekt eingebunden. Dabei soll abgeschiedenes CO2 mithilfe von grünem Wasserstoff zu E-Methan umgewandelt werden – nach Unternehmensangaben eine der weltweit größten kommerziellen Anlagen dieser Art.
Neue Fertigungsanlage für Elektrolysezellen in Japan
Parallel zur Oman-Kooperation baut Kanadevia in Tsuru (Präfektur Yamanashi, Japan) eine Fertigungsanlage für Elektrolysezellen auf. Damit sollen Produktionskapazitäten erhöht und Herstellungskosten gesenkt werden, um der wachsenden weltweiten Nachfrage nach Grünwasserstoff-Technologien zu begegnen.
Der Kapazitätsausbau in Japan bildet die industrielle Basis, auf der Kanadevia seine internationalen Vorhaben – darunter auch das Oman-Geschäft mit BEC – künftig beliefern will. Das Unternehmen positioniert sich damit nicht nur als Engineering-Partner vor Ort, sondern zunehmend auch als Ausrüster für die dafür benötigten Elektrolyse-Komponenten.
Aktuelle Energiepolitik im Oman
Bis 2050 sollen im Oman rund 7,5–8,5 Mio. Tonnen grüner Wasserstoff jährlich produziert werden, wofür schätzungsweise 95–100 GW Elektrolysekapazität benötigt werden. Federführend zuständig ist Hydrom, die staatliche Institution zur Entwicklung und Umsetzung der omanischen Wasserstoffstrategie; entsprechende Großprojekte werden derzeit in Phasen ausgeschrieben, weitere Vergaberunden gelten laut Kanadevia als wahrscheinlich.
Auf japanischer Seite zählt die internationale Verbreitung von Technologien für kohlenstoffarme Kraftstoffe sowie die Sicherung globaler Marktanteile laut Unternehmensangaben zu den Kernzielen der japanischen Basic Hydrogen Strategy. Die Partnerschaft mit BEC positioniert Kanadevia damit als Modellfall für die Verbindung japanischer Technologieexpertise mit lokaler Umsetzungskompetenz im Nahen Osten.
© IWR, 2026
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