Energie-Konzept: Lokale Strom- und Wärmeversorgung für Hamburger Quartier am Start
Hamburg - Die Naturstrom AG und die Bürgerenergiegenossenschaft Energienetz Hamburg eG haben im Hamburger Norden gemeinsam ein nachhaltiges, dezentrales Energiekonzept für die Versorgung des Neubauquartier Hinter der Lieth mit Wärme und Strom umgesetzt. 80 Prozent der bisher bezogenen Haushalte nutzen dieses Angebot bereits.
Basis der Wärmeversorgung ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 20 Kilowatt (kW) und einer thermischen Leistung von 47 kW, welches die Wärme für alle Gebäude erzeugt. Verteilt wird die Energie über ein quartierseigenes Wärmenetz. Zusätzlich ist ein Spitzenlastkessel für besonders kalte Tage installiert, so dass die Wärmeversorgung jederzeit gesichert ist. Beide Wärmeerzeuger werden mit Naturstrom Biogas beliefert, wodurch Raumwärme und Warmwasser klimaneutral vor Ort bereitgestellt werden.
Die Deckung des Strombedarfs erfolgt neben der Elektrizität, die quasi als Zusatzprodukt im BHKW produziert wird, über eine Photovoltaik-Anlage auf drei der sechs Häuser. Mit einer Leistung von knapp 120 kWp sorgt diese für ca. 48.000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Zusammen wird diese Erzeugung den Bewohner*innen als Quartiers-Mieterstromprodukt angeboten.
„Bisher war die Energiewende vor allem ein ländlich geprägter Umbau unserer Stromversorgung. Um den Klimaschutz weiter voranzubringen, müssen wir auch in den Städten erneuerbare Energien nutzen und unbedingt den Wärmebereich stärker in den Blick nehmen“, so Naturstrom-Vorstand Dr. Tim Meyer. Das Projekt ,Hinter der Lieth‘ zeige einmal mehr, wie modernes Leben mit einer sauberen und sektorengekoppelten Energieversorgung funktionieren könne. Mit Blick auf die aktuellen Regelungen beim Mieterstrom sieht Meyer allerdings dringenden Nachbesserungsbedarf. Neben der beschlossenen kurzfristigen Abschaffung des 52 GW PV-Deckels fordert er endlich eine Reformierung der Mieterstromregeln, wie es die Bundesregierung eigentlich auch längst angekündigt hatte. „Ohne deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen wird es beim so vielversprechenden Segment Mieterstrom sonst nicht vorangehen“, betont Meyer.
© IWR, 2026
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