Energieverband kritisiert hohe Renditen der Netzbetreiber: Verteilnetzbetreiber mit Rekordrenditen trotz wachsender Netzengpässe
Berlin – Die 18 größten deutschen Verteilnetzbetreiber haben im Jahr 2024 eine durchschnittliche handelsrechtliche Eigenkapitalrendite von 30,1 Prozent erzielt. Gleichzeitig stoßen die Stromnetze durch den Ausbau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, Batteriespeichern, Industrieprojekten und Rechenzentren zunehmend an Kapazitätsgrenzen, wie eine Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) zeigt.
Besonders hohe Renditen erzielten nach Angaben des bne unter anderem EWE Netz mit 61 Prozent, Westnetz mit 45 Prozent, die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mit 43 Prozent und Bayernwerk Netz mit 38 Prozent. Der Verband kritisiert, dass den hohen Erträgen wachsende Probleme bei Netzanschlüssen, Digitalisierung und Standardisierung gegenüberstehen.
Laut der Studie „Kostensenkungspotentiale im Verteilnetz“ könnten die Netzkunden perspektivisch um bis zu drei Milliarden Euro jährlich entlastet werden, wenn die tatsächlichen Renditen auf ein angemesseneres Niveau sinken würden.
„Wer in einem regulierten Monopolmarkt hohe Renditen erzielt, muss mindestens auch bei Netzausbau, Digitalisierung und Kundenservice liefern. Die aktuelle Netzkrise zeigt, dass genau hier erheblicher Nachholbedarf besteht“, betont Busch.
Der Verband fordert eine stärkere Ausrichtung der Regulierung an den tatsächlichen Leistungen der Netzbetreiber sowie mehr Transparenz bei Kosten und Gewinnen. Zudem müssten Investitionen in Netzausbau, Digitalisierung und schnellere Netzanschlussverfahren stärker vorangetrieben werden.
© IWR, 2026
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