Französische Regierung hält an Wärmepumpen-Ausbauzielen fest: Boom bei Wärmepumpen in Frankreich treibt Nachfrage um 143 Prozent
Paris – Der Markt für Wärmepumpen in Frankreich verzeichnet aktuell einen deutlichen Nachfrageschub. Wie die französische Zeitung La Tribune Dimanche berichtet, ist die Nachfrage im April 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 143 Prozent gestiegen. Hintergrund seien unter anderem die anhaltende Energiekrise, Unsicherheiten bei Gaspreisen sowie die politische Debatte über eine stärkere Elektrifizierung des Wärmesektors.
„Bereits im März verzeichneten wir ein deutlich gestiegenes Interesse an Wärmepumpen, doch der April hat alle Rekorde gebrochen“, wird Audrey Zermati, Strategiedirektorin des Sanierungsunternehmens Effy, in der Zeitung zitiert. Nach Angaben des Unternehmens hätten sich die Förderanträge insbesondere bei einkommensstärkeren Haushalten überdurchschnittlich erhöht.
Die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe liegen laut La Tribune Dimanche im Durchschnitt bei rund 15.000 Euro, können jedoch durch Förderprogramme wie MaPrimeRénov und Energiesparzertifikate deutlich sinken. Für einkommensschwächere Haushalte sei eine Reduzierung auf rund 4.000 Euro möglich. Zusätzlich seien ab Herbst 2026 Leasingmodelle geplant, um die Investitionskosten über mehrere Jahre zu strecken.
Auch politisch gewinnt die Technologie weiter an Bedeutung: Die französische Regierung verfolgt das Ziel, bis 2030 nahezu eine Million Wärmepumpen zu installieren. Gleichzeitig wird über Anpassungen bei der energetischen Bewertung von Gebäuden diskutiert, die elektrisch beheizte Wohnungen künftig besser einstufen könnten.
Kritisch wird in der Branche jedoch gesehen, dass der Fokus auf Wärmepumpen nicht zulasten der Gebäudedämmung gehen dürfe. „Wenn auf Strom umgestellte Häuser nicht ausreichend isoliert sind, besteht die Gefahr hoher Stromrechnungen und eines Gefühls des Verrats in den Haushalten“, wird Effy-Strategiedirektorin Zermati weiter zitiert.
© IWR, 2026
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