Kernkraftwerke in Zeiten des Klimawandels: Vier französische Atomkraftwerke wegen Quallenplage nach automatischer Abschaltung vom Netz
Paris – Am größten Kernkraftwerk-Standort Frankreichs, Gravelines, kam es am vergangenen Wochenende zur unerwarteten automatischen Abschaltung aller aktiven Reaktoren. Ursache war ein massives Auftreten von Quallen, die die Filtertrommeln der Kühlwasserpumpen blockierten und Sicherheitsabschaltungen auslösten.
Laut dem staatlichen Energieversorger EDF wurden am Sonntagabend die Reaktoren 2, 3 und 4 abgeschaltet, gefolgt von Reaktor 6 am Montagmorgen. Die Einheiten 1 und 5 waren bereits wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Damit steht das gesamte Kraftwerk mit sechs Druckwasserreaktoren vorübergehend still.
Mit einer Bruttoleistung von rund 5.460 MW ist Gravelines der leistungsstärkste AKW-Standort Frankreichs – fast so viel wie die gesamte Bruttoleistung der aktiven britischen Atomkraftwerke (ca. 5.883 MW).
EDF versichert, dass die Abschaltungen keine Auswirkungen auf die Sicherheit von Anlage, Personal oder Umwelt hatten. Techniker arbeiten an der Fehlerbehebung und bereiten die sichere Wiederinbetriebnahme vor.
Der Vorfall zeigt die zunehmenden Herausforderungen für Kernkraftwerke durch den Klimawandel und steigende Meerestemperaturen. Besonders Küstenanlagen sind durch Umweltphänomene wie Quallenblüten gefährdet, die plötzlich und unerwartet den Betrieb stören können.
© IWR, 2025
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