Tiefrote Zahlen 2023: Meyer Burger leidet unter Solar-Marktverzerrungen in Europa und legt Fokus auf USA
Thun - Die Meyer Burger Technology AG leidet unter den Marktbedingungen in Europa und legt den Fokus zukünftig auf den US-Markt. Der hohe Preisdruck im europäischen Solarmarkt und die strategische Entscheidung, substanzielle Investitionen mit Fokus auf den US-Markt zu tätigen, haben die Ergebnisse 2023 signifikant belastet.
Bei einer Nominalkapazität von 1,4 Gigawatt (1.400 MW) bis Ende 2023 stieg das Volumen der produzierten Solarmodule zwar auf 650 MW, die Marktverzerrungen auf dem europäischen Markt hätten jedoch eine Vollauslastung der Kapazitäten und entsprechende Skaleneffekte verhindert, so Meyer Burger. Als ein weiteres Ergebnis der Marktverzerrung sind die Modul-Lagerbestände deutlich auf rund 365 MW angestiegen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2023 belief sich auf 135,0 Mio. CHF (2022: 147,2 Mio. CHF).
Meyer Burger hat als Folge die Modulproduktion am Standort Freiberg (Sachsen) in Deutschland bereits Mitte März 2024 eingestellt, was ab April 2024 zu signifikanten Kosteneinsparungen führen soll. Die Solarzellenproduktion in Thalheim (Bitterfeld-Wolfen, Sachsen-Anhalt), Deutschland, wird den Produktionshochlauf der US-Solarmodulfertigung in Goodyear, Arizona, aber weiter unterstützen.
Vor dem Hintergrund unfairer Marktbedingungen in Europa hat die Gesellschaft nicht liquiditätswirksame Wertminderungen auf das Anlagevermögen der Solarzellen- und Modulproduktion in Deutschland sowie auf die deutschen Lagerbestände vorgenommen. Das Unternehmen verzeichnete in der Berichtsperiode einen Gesamtverlust von -291,9 Mio. CHF (2022: -69,9 Mio. CHF). Knapp die Hälfte des Verlustes ist auf Einmaleffekte zurückzuführen.
Mit einer Kapitalerhöhung mit einem geplanten Bruttoerlös von 200 bis 250 Mio. CHF will Meyer Burger die Kapitalbasis des Unternehmens verbessern. Sentis Capital, der grösste Aktionär der Gruppe, beabsichtigt danach, bis zu 50 Mio. CHF in die Eigenkapitalfinanzierung zu investieren, DESRI, der größte Kunde des Unternehmens, bis zu 20 Mio. USD aber max. 10 Prozent des Emissionsvolumens.
Mit Blick auf das Jahr 2024 geht Meyer Burger davon aus, US-Modulproduktion in Goodyear bis Ende des zweiten Quartals 2024 in Betrieb zu nehmen. Der Hochlauf der Zellproduktion in Colorado Springs, Colorado, soll um das Jahresende 2024 starten, sofern die noch notwendige Finanzierung dafür wie derzeit erwartet eintrifft.
© IWR, 2026
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