Umstellung auf Biomethan: ABO Kraft & Wärme erwirbt Portfolio aus vier Biogasanlagen
Wiesbaden - Die ABO Kraft & Wärme AG ist bei der geplanten Erweiterung des Anlagenportfolios einen großen Schritt vorangekommen. Im Osten Brandenburgs hat die Gesellschaft ein Portfolio aus vier Biogasanlagen erworben. Damit wächst der Bestand auf insgesamt neun Biogas- beziehungsweise Abfallvergärungsanlagen.
„Der Ankauf der vier Biogasanlagen ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens“, sagt Vorstand Matthias Bockholt. Im Frühsommer hatte ABO Kraft & Wärme bereits eine einzelne Biogasanlage in Rheinland-Pfalz erworben. „Mit den vier weiteren Anlagen erreichen wir nun eine Größenordnung, die Synergien ermöglicht und die Wirtschaftlichkeit unseres Portfolios weiter verbessert“, sagt Bockholt.
Die neu erworbenen Biogasanlagen wurden zwischen 2012 und 2013 in Betrieb genommen. Sie vergären bislang nachwachsende Rohstoffe („Nawaro“) wie Mais und Zuckerrüben sowie zusätzlich Wirtschaftsdünger. Das gewonnene Biogas wird vor Ort mittels Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Die vier Anlagen produzieren in Summe jährlich 26,6 MWh Strom und speisen diesen überwiegend ins Netz ein. Verkäuferin und bisherige Betreiberin der Biogasanlagen ist die Niersberger Group.
Die ABO Kraft & Wärme wird nun das Betriebskonzept der neu erworbenen Anlagen umstellen, sukzessive erweitern und umrüsten. Perspektivisch soll der größte Teil des Biogases nicht mehr in Strom umgewandelt, sondern zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist werden.
Zudem wird der Substratmix verändert und es ist vorgesehen, dass in geringerem Umfang als bislang nachwachsende Rohstoffe verarbeitet werden. Wirtschaftsdünger soll dann den größten Substratanteil ausmachen. Die vier Anlagen werden zukünftig zusammen rund 7,3 Millionen Kubikmeter Biomethan ins Netz einspeisen, teilte ABO Kraft & Wärme mit.
Biogasanlagen, die Gülle und Mist vergären, vermeiden Methan-Emissionen und leisten einen besonders großen Beitrag zum Klimaschutz. Gemäß einer Richtlinie der Europäischen Union wird aus Wirtschaftsdünger gewonnenes Biogas beim Einsatz in der Mobilität daher mit besonders wertvollen Treibhausgasminderungszertifikaten honoriert. Das wiederum kann erheblich zur Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen beitragen.
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