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Solar-Installateure gegen Dumping aus China

Brüssel – In der Auseinandersetzung um Dumpingpreise bei chinesischen Photovoltaik-Modulen ist ein europäischer Solarmodul-Hersteller seit Jahren ganz besonders engagiert: Die Solarworld AG aus Bonn, und zwar im Rahmen einer europäischen Vereinigung namens EU Prosun. Nun sollen sich auch über 100 Installateure hinter EU Prosun gestellt haben.

EU Prosun hat maßgeblich für die Einführung von Strafzöllen und Mindestpreisen auf chinesische Solarprodukte beim Import in die EU seit 2013 gesorgt. Im Dezember 2015 entscheidet die EU Kommission voraussichtlich über die Eröffnung eines Prüfungsverfahrens über die Verlängerung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionsmaßnahmen. EU Prosun weist darauf hin, dass auch 111 Solar-Installationsbetriebe aus Deutschland für eine Verlängerung der geltenden Antidumpingmaßnahmen im Solarbereich eintreten. Doch es gibt auch andere Stimmen innerhalb der Solarbranche.

111 Solar-Installateure aus Deutschland wollen weiterhin Antidumping-Maßnahmen
Für fairen Wettbewerb und gegen chinesisches Preisdumping setzen sich laut EU Prosun 111 Solar-Installateure aus Deutschland ein. Sie schließen sich dem Industriebündnis EU Prosun an. Milan Nitzschke, Präsident von EU Prosun und gleichzeitig Sprecher der Solarworld AG: "Wir freuen uns über die Unterstützung von so vielen Handwerksbetrieben. Fairer Wettbewerb geht alle an. Deswegen gelten in der EU Antidumpingmaßnahmen. Könnte China weiter hemmungslos unter Herstellkosten Solarmodule nach Europa dumpen, gäbe es hierzulande keine Solarindustrie und keine Produktvielfalt mehr."

Dumping in der Wirtschaft verboten wie Doping im Sport
In den vergangenen Wochen hatten mehrfach Interessengruppen von Importeuren gefordert, die Antidumpingmaßnahmen der EU auslaufen zu lassen. Dabei wurde der Eindruck erweckt, Händler und Installateure in Europa würden mit hinter dieser Forderung stehen. Elektroinstallateur Johannes Kemper von der Kemper Automatisation GmbH aus GEscher in NRW ist einer der 111 Unterstützer. Er erklärt: "Wir wehren uns dagegen, hier vereinnahmt zu werden. Im Gegenteil. Dumping in der Wirtschaft ist verboten wie Doping im Sport. Daran muss sich jeder halten, sonst bleibt der Wettbewerb auf der Strecke."

IBC Solar betrachtet bisherige Antidumpingmaßnahmen als Irrweg
Eu Prosun gibt an, den Großteil der europäischen Photovoltaik-Hersteller zu vertreten. Zudem werde die Initiative von vielen weiteren Akteuren der Solarbranche unterstützt. Da die Unterstützer von EU Prosun jedoch Vergeltungsmaßnahmen befürchten, wahrt der Verband die Anonymität ihrer Mitglieder. Wie EU Prosun andeutet, steht aber nicht die gesamte Solarbranche hinter den Forderungen des Verbands. So sieht beispielsweise das Photovoltaik-Systemhaus IBC Solar die Antidumping-Zölle als falsche Maßnahme zur Unterstützung des europäischen Solarmarktes. Die EU müsse diesem Irrweg ein Ende bereiten. Man müsse zur marktwirtschaftlichen Preisbildung zurückkehren und den heimischen Unternehmen unter die Arme greifen. Förderung statt Protektionismus sei der Weg aus der Sackgasse, ist IBC Solar überzeugt.

© IWR, 2015

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