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Chinesischer PV Markt lahmt 2019

© Fotolia© FotoliaMünster - Bislang läuft es 2019 nicht rund für den PV-Ausbau in China. Nach einem deutlichen Rückgang des Ausbaus im ersten Quartal 2019 bremst die lange Zeit unklare Regelung zur PV-Vergütung im 2ten Quartal weiter. Auch die veröffentlichten Planzahlen für sog. Netzparitätsprojekte dürften den PV-Markt nicht so schnell wie erhofft ankurbeln.

Im ersten Quartal ist der PV-Ausbau im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent eingebrochen. Auch im zweiten Quartal wird die lange Zeit unklare Vergütungssituation für PV-Projekte die weitere Marktentwicklung voraussichtlich weiter bremsen. Da ein erheblicher Teil der sog. Netzparitätsprojekte im Jahr 2019 nicht mehr ans Netz gehen wird, wird der PV-Zubau im Jahr 2019 in China voraussichtlich deutlich zurückgehen.

Großteil der Netzparitätsprojekte entfällt auf PV-Vorhaben
Chinas National Development and Reform Commission (NDRC) und die National Energy Administration (NEA) haben jetzt gemeinsam Informationen zu der ersten Charge von Netzparitätsprojekten für Wind- und PV-Vorhaben veröffentlicht. Insgesamt beläuft sich das Volumen dieser Projekte ohne staatliche Vergütung nach Angaben des Beratungsunternehmens Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory Co. Ltd. (AECEA) energieträgerübergreifend auf eine Kapazität 20.760 Megawatt (MW). Davon entfällt mit 14.780 MW der größte Teil auf PV-Projekte. Windenergievorhaben kommen auf 4.510 MW und sogenannte „Distributed Trading Pilot Projects“ auf 1.407 MW.

Die angekündigten Solar-PV-Netzparitätsprojekte sind auf 16 Provinzen verteilt, wobei PV-Projekte in Guandong mit 2.380 MW den größten Anteil ausmachen. Die 14.780 MW bestehen aus insgesamt 168 Projekten, d.h. die durchschnittliche Projektkapazität liegt bei rd. 90 MW. Aus Sicht von AECEA ist das überraschend, da die Kapazitäten der jüngsten Netzparitätsprojekte mit Kapazitäten von 200-300 und bis zu 700 MW häufig im dreistelligen MW-Bereich lagen. Nach Einschätzung von AECEA könnte der Rückgang der durchschnittlichen Leistung auch durch den Modulpreisverfall im vergangenen Jahr beeinflusst worden sein. Zudem liegen die meisten Projekte in Provinzen, in denen die Strompreise vergleichsweise hoch sind. Genauso wichtig seien jedoch Art und Umfang der lokalen Unterstützung für diese Projekte.

PV-Zubau in China 2019 voraussichtlich deutlich niedriger als im Vorjahr 2018
In China wurden nach Angaben von Chinas National Renewable Energy Center im ersten Quartal nur PV-Anlagen mit einer Kapazität von 5.200 MW neu installiert. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Rückgang von 46 Prozent. Zurückzuführen ist der Rückgang nach Einschätzung von AECEA auf den Umstand, dass nach den Einschnitten bei der PV-Vergütung Ende Mai 2018 lange Zeit unklar war, welche Vergütungssätze für in den verschiedenen Vergütungskategorien gelten. Erst Ende April 2019 hat das Preis-Büro der NDRC in einer Mitteilung zum Thema „Verbesserung der Probleme im Zusammenhang mit Einspeisetarifen (FIT) für PV-Anlagen“ die neuen Vergütungssätze veröffentlicht. Die Bekanntmachung soll am 01. Juli 2019 in Kraft treten.

Da noch nicht klar ist, welche Vergütung die PV-Anlagen erhalten, die zwischen dem 01. Juli 2018 und dem 30. Juni 2019 ans Netz gegangen sind bzw. noch angeschlossen werden, rechnet AECEA mit weiteren Richtlinien zur Klärung. Bis Ende Juni wird die Nachfrage nach neuen PV-Anlagen in China daher voraussichtlich weiter schwach bleiben und erst im dritten und vierten Quartal wieder anziehen.

Ausgehend von einem Zubau von 5.200 MW im ersten Quartal 2019 und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein erheblicher Teil der 168 Netzparitätsprojekte Ende 2019 noch nicht umgesetzt ist, geht AECEA in seiner Jahresprognose für 2019 von einem PV-Zubau in China in einer Bandbreite von 32.000 bis 34.000 MW aus. Gegenüber dem Vorjahr 2018 mit einem Zubau von rd. 44.000 entspricht das einem Rückgang von etwa 30 bis 40 Prozent.


© IWR, 2019


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23.05.2019

 



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