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Bidirektionales Laden: BMW und Eon starten Pilotprojekt zur Stromspeicherung mit E-Autos

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaMünchen - Die Elektromobilität ist nicht nur von zentraler Bedeutung für die Verkehrswende, sondern könnte auch eine bedeutende Rolle bei der Speicherung von Strom übernehmen. In einem Pilotprojekt untersuchen BMW und Eon verschiedene Aspekte der Stromspeicherung mit Elektroautos.

Wie kann der E-Auto-Akku in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage sinnvoll als Stromspeicher zu Hause genutzt werden? Dieser Frage gehen BMW und Eon aktuell in der Praxis nach. Bei diesem so genannten bidirektionalen Laden fließt der Strom, im Unterschied zu einem herkömmlichen Ladevorgang des E-Autos nicht allein in Richtung des Fahrzeug-Akkus, sondern kann bei Bedarf auch wieder ins Hausnetz zurückgespeist werden.

Erkenntnisse aus Pilotprojekt sollen in künftige Produkte einfließen
In dem Projekt "Bidirektionales Lademanagement" untersuchen der Automobilhersteller BMW und der Energiekonzern Eon gemeinsam mit weiteren Partnern wie dem Verteilnetzbetreiber Bayernwerk die Nutzung von Elektroautos als Stromspeicher. Der Einsatz bei Privathaushalten ist Teil des großangelegten Projekts und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert

Im Rahmen des Projekts steht die Analyse des Zusammenspiels des E-Auto-Akkus mit Photovoltaik-Anlagen auf der Agenda. Dabei wird bei Sonnenschein überschüssiger Solarstrom in den Fahrzeug-Akku geladen und kann bei Bedarf wieder aus der Batterie heraus ins Haus fließen, um dort verbraucht zu werden. Statt überschüssigen Sonnenstrom ins Netz einzuspeisen, können Kunden mit dieser Lösung einen größeren Anteil der Energie für die eigene Wohnung nutzen. Durch die Einbeziehung des Fahrzeug-Akkus steigt also die Unabhängigkeit vom Netzbezug und die PV-Anlage rentiert sich noch schneller. Der Hochlauf der Elektromobilität sorgt zudem für einen starken Zuwachs an Speicherkapazität für diesen Einsatz. Ein weiterer Aspekt des Forschungsprojekts soll perspektivisch auch die Nutzung des Fahrzeug-Akkus im Hinblick auf flexible Stromtarife sein.

"Es ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende, auch die im E-Auto vorhandene Akkukapazität im Rahmen eines ganzheitlichen Energiemanagements zu nutzen. Wir sind überzeugt, dass bidirektionales Laden künftig eine bedeutende Rolle für unsere Kundinnen und Kunden spielen wird, und freuen uns, die Technik gemeinsam mit unserem Partner BMW intensiv zu erproben. Wir erwarten uns wertvolle Erkenntnisse für künftige Produkte im Sinne unserer integrierten Energielösungen für das Zuhause der Zukunft“, so der CEO von Eon Energie Deutschland Filip Thon.

Kundenfreundlichkeit durch smarte Steuerung
Zwei Familien im Münchner Umland testen aktuell das bidirektionale Laden in ihrem Alltag. Dazu wurden die entsprechenden Ladelösungen und Steuerungsboxen von Eon in den beiden Haushalten installiert sowie die speziell ausgerüsteten BMW i3-Fahrzeuge ausgeliefert. Ein Expertenteam begleitet das Projekt durch kontinuierliche Datenauswertung und eine ständige Optimierung.

Ein wichtiger Aspekt des Praxistests ist nach Angaben von BMW und Eon die Kundenfreundlichkeit der Anwendung. Daher erfolgt die Steuerung der Lade- und Entladevorgänge automatisch und intelligent durch eigens entwickelte Soft- und Hardware. Zentral ist dabei die vom Eon Tochterunternehmen gridX entwickelte 'GridBox' mit entsprechender smarter Software. „Die Nutzerinnen und Nutzer geben Zielvorgaben und legen etwa fest, welche Mindestmenge im Akku des E-Autos verbleiben soll", so Mark Ritzmann, Managing Director bei Eon Group Innovation. Im Projektverlauf sollen die eingesetzten Lösungen mit Blick auf künftige, konkrete Privatkundenprodukte optimiert werden.

Ein solches, bidirektionales Ladesystem könnte künftig nicht nur Heimspeicher für Photovoltaik-Anlagen ergänzen, sondern auch bei älteren PV-Anlagen zum Einsatz kommen, bei denen eine Speichernachrüstung sehr aufwändig wäre.


© IWR, 2022


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