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Hannover Messe 2024: Habeck stellt Fortschrittsbericht von Deutsch-Norwegischer Wasserstoff-Task-Force vor

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaBerlin - Norwegen ist für Deutschland eines der wichtigen Partnerländer beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Ziel der beiden Länder ist es, möglichst schnell großvolumige Wasserstoff-Importe nach Deutschland aus Norwegen umzusetzen. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit kommen Deutschland und Norwegen dabei voran, wie aktuelle Entwicklungen zeigen.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck hat auf der Hannover Messe jetzt gemeinsam mit dem norwegischen Energieminister Terje Aasland den Fortschrittsbericht der Deutsch-Norwegischen Wasserstoff-Task-Force sowie eine Roadmap des BMWK zur erwarteten Wasserstoff-Nachfrage in Deutschland vorgestellt. Sichtbar werden die Forstschritte zwischen Deutschland und Norwegen auch in der zwischen Gassco AS und der GASCADE Gastransport GmbH unterzeichneten Absichtserklärung, deren Ziel es ist, Wasserstoff-Transporte zwischen Norwegen und Deutschland zu ermöglichen.

Voraussetzungen für großvolumige Wasserstoff-Importe aus Norwegen ab 2030 sollen geschaffen werden
Deutschland und Norwegen werden beim Thema Wasserstoff weiter eng zusammenarbeiten, um großvolumige Wasserstoff-Importe nach Deutschland aus Norwegen und die dafür notwendige Wasserstoffinfrastruktur bis 2030 umzusetzen. Im Rahmen der gestern (23.04.2024) auf der Hannover Messe vorgestellten „Roadmap on Expected Hydrogen Off-Take in Germany of the Federal Ministry for Economic Affairs and Climate Action of the Federal Republic of Germany“ werden die Nachfragepotentiale im Deutsch-Norwegischen Kontext untersucht. Dabei werden auch die relevanten Instrumente beleuchtet, die die Nachfrage nach Wasserstoff in Deutschland anreizen sollen.

"Im vergangenen Jahr haben wir uns zu einer engeren deutsch-norwegischen Wasserstoffkooperation bekannt. Wir treiben dieses für beide Länder zukunftsweisende Projekt zügig voran und arbeiten intensiv zusammen, um Wasserstoffimporte aus Norwegen nach Deutschland zu ermöglichen. Ich freue mich, dass die deutsch-norwegischen Wasserstoff-Task Force seit ihrer Gründung vor weniger als sieben Monaten erhebliche Fortschritte erzielt hat", so Habeck auf der Hannover-Messe.

Um die Wasserstoffinfrastruktur für Importe aus Norwegen nach Deutschland umzusetzen, soll Ende des Jahres eine Entscheidung zur Konzeptauswahl einer entsprechenden Transportroute getroffen werden. Der von der Deutsch-Norwegischen Wasserstoff-Task-Force im Januar 2024 ernannte Projektmanager soll diesen Prozess zügig voranbringen sowie den engen Austausch mit der Industrie weiter unterstützen. In diesem Kontext wird die heutige Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen dem deutschen Fernleitungsnetzbetreiber GASCADE Gastransport GmbH und der norwegischen Gassco AS begrüßt.

Netzbetreiber planen Zusammenarbeit beim Wasserstoff-Transport in der Nordsee
In Fokus der von GASCADE und Gassco unterzeichneten Absichtserklärung steht der Transport von Wasserstoff über Pipelines in der Nordsee. Die Unternehmen verfolgen das Ziel, dass ab dem Jahr 2030 Wasserstoff-Transporte zwischen Norwegen und Deutschland möglich sind.

Auf norwegischer Seite wird Gassco die Transportinfrastruktur für den Export von in Norwegen produziertem Wasserstoff nach Deutschland entwickeln. GASCADE kümmert sich auf deutscher Seite um die Offshore-Wasserstoff-Pipeline Aqua Ductus. Über die Offshore-Leitung soll künftig Grüner Wasserstoff aus der Nordsee direkt zum Festland transportiert werden. Die Pipeline ist Teil der Aqua Ventus-Initiative, die 10 Gigawatt Elektrolysekapazität Wasserstoff aus Offshore-Windenergie zwischen Helgoland und Doggerbank errichten will. Aqua Ductus soll benachbarte Offshore-Pipelines miteinander verbinden und die nachgelagerte Verbindung nach Deutschland herstellen.

„Aqua Ductus wird eine neue Wasserstoff-Transportinfrastruktur für den deutschen Teil der Nordsee bereitstellen, die Importe nach Deutschland ermöglicht. Die Kooperation mit Gassco zeigt den Bedarf an einer offen zugänglichen Wasserstoff-Infrastruktur in der deutschen Nordsee, um die angrenzende Offshore-Infrastruktur anzubinden, was mit Aqua Ductus umgesetzt wird“, so GASCADE-Geschäftsführer Christoph von dem Bussche. Ziel der Kooperation zwischen Gassco und GASCADE ist es, Schnittstellen abzugleichen, Synergien zu erzielen und gemeinsame Möglichkeiten zwischen den Projekten zu entwickeln, um ab 2030 Wasserstoff-Mengen aus Norwegen aufnehmen zu können. Damit soll einerseits die Angebotsseite gestärkt werden und eine Antwort auf die Frage gegeben werden, woher der für die Energiewende benötigte Wasserstoff kommen soll.

Aqua Ductus soll aus einer Offshore-Pipeline durch die deutsche Nordsee bestehen, die im Raum Wilhelmshaven anlandet, von wo aus eine Onshore-Pipeline weiter nach Bunde an der deutsch-niederländischen Grenze führt, um den Anschluss an das nachgelagerte Wasserstoff-Netz zu gewährleisten. Das Aqua Ductus-System soll in der Lage sein, benachbarte Offshore-Pipelines sowie Produktionsstätten von grünem Wasserstoff (z. B. aus Offshore-Windkraftanlagen) entlang des Trassenverlaufs anzuschließen.

Das Aqua Ductus Vorhaben hat von der EU-Kommission sowohl den europäischen IPCEI- als auch den PCI-Status erhalten. Dies bestätigt die europäische Bedeutung des Projekts und ermöglicht u.a. eine staatliche Unterstützung. Aqua Ductus ist auch Teil des Entwurfs für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz.

© IWR, 2024


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