IEA: Batteriespeicher werden zur tragenden Säule moderner Stromsysteme
© AdobeParis – Der weltweite Ausbau von Batteriespeichern hat 2025 einen neuen Rekord erreicht. Nach einer aktuellen Analyse der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden im vergangenen Jahr weltweit Batteriespeicher mit einer Leistung von 108 Gigawatt (GW) neu installiert. Das sind rund 40 Prozent mehr als 2024. Damit übertreffen die jährlichen Speicherzubauten inzwischen sogar den historischen Höchstwert bei den weltweiten Zubauten von Gaskraftwerken.
Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch stark gesunkene Kosten und den wachsenden Bedarf an Flexibilität in Stromsystemen mit einem steigenden Anteil von Wind- und Solarenergie. Nach Angaben der IEA sind die Kosten für Batteriespeicher seit 2010 um mehr als 90 Prozent gesunken. Gleichzeitig übernehmen Speicher zunehmend systemrelevante Aufgaben wie die Verschiebung von Strommengen über den Tagesverlauf, die Netzstabilisierung und die Bereitstellung von Regelenergie.
Batteriespeicher übernehmen zunehmend zentrale Netzfunktionen
Während Batteriespeicher zunächst vor allem für Regelenergie und Netzdienstleistungen eingesetzt wurden, steht heute zunehmend die zeitliche Verschiebung von Stromangebot und Stromnachfrage im Vordergrund. Der Anteil entsprechender Projekte stieg laut IEA von rund 40 Prozent im Jahr 2015 auf mehr als 90 Prozent im Jahr 2025.
Besonders deutlich zeigt sich die wachsende Bedeutung von Speichern in Stromsystemen mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien. In Kalifornien deckten Batteriespeicher Ende März 2026 zeitweise mehr als 40 Prozent der Stromlast ab. Gleichzeitig übernehmen sie dort inzwischen mehr als 60 Prozent der kurzfristigen Laständerungen (Ramping), die früher überwiegend durch fossile Kraftwerke ausgeglichen wurden. Ähnliche Entwicklungen beobachtet die IEA in Texas, Südaustralien und Großbritannien.
Die durchschnittliche Speicherdauer neuer Großbatterien steigt dabei kontinuierlich an. Wurden 2023 im Durchschnitt noch rund zwei Stunden Speicherkapazität installiert, lag der Wert bei den 2025 in Betrieb genommenen Anlagen bereits bei etwa drei Stunden. Gleichzeitig gewinnen Großspeicher gegenüber kleineren Heimspeichern zunehmend an Bedeutung und machten rund vier Fünftel der weltweiten Neuinstallationen aus.
China, USA und Australien treiben Marktwachstum voran
Den größten Anteil am weltweiten Ausbau hatte 2025 erneut China mit mehr als 63 GW neuer Speicherkapazität. Es folgen die USA mit 19 GW. Besonders dynamisch entwickelte sich der australische Markt, wo die Neuinstallationen auf knapp 8 GW anstiegen und sich damit gegenüber dem Vorjahr nahezu verneunfachten. Auch in Saudi-Arabien gewinnt Batteriespeicherung im Zuge des Ausbaus großer Solar- und Energieprojekte zunehmend an Bedeutung.
Trotz der hohen Wachstumsraten sieht die IEA weiterhin Hemmnisse für einen noch schnelleren Ausbau. Als zentrale Herausforderungen gelten langwierige Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren sowie regulatorische Unsicherheiten. Werden diese Hürden abgebaut, könnten Batteriespeicher nach Einschätzung der Agentur künftig eine noch wichtigere Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien und der Flexibilisierung der Stromversorgung übernehmen.
© IWR, 2026
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