Entega AG leitet Klärschlamm-Recyclingprojekt: Phosphor-Kreislaufwirtschaft aus Abwasser startet am Darmstädter Müllheizkraftwerk
Darmstadt - Mit der Übergabe eines Förderbescheids über 25,64 Millionen Euro durch Staatssekretär Michael Ruhl (Hessisches Umweltministerium) fällt der Startschuss für den Bau einer Klärschlamm-Monobehandlungsanlage (KSMB) am Müllheizkraftwerk Darmstadt.
Bis 2029 soll das bestehende Kraftwerk um die neue Anlage erweitert werden. Ziel ist, kommunale Klärschlämme sicher, regional und nachhaltig zu entsorgen und gleichzeitig den Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen, um ihn in den regionalen Kreislauf zurückzuführen.
„Die Phosphorrückgewinnung ist ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft“, betont Staatssekretär Michael Ruhl. „Wir unterstützen ein Projekt, das ökologische Verantwortung und technologische Innovation verbindet.“
Träger des Projekts ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Südhessen (ZAS). Auf Basis einer Machbarkeitsstudie wird nun ein Drehrohrofen mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr gebaut. Die ENTEGA AG übernimmt die Projektleitung und sorgt für die operative Umsetzung.
„Angesichts der gesetzlichen Rahmenbedingungen ist es richtig und notwendig, eine zentrale, kommunale Lösung für Südhessen zu schaffen“, erklärt Landrat Klaus Peter Schellhaas, Verbandsvorsitzender des ZAS. Stadtkämmerer André Schellenberg ergänzt: „Die Förderung ermöglicht die nachhaltige Verwertung des Klärschlamms zu phosphorhaltigem Düngemittel und sichert langfristig die Entsorgung.“
Insgesamt beteiligen sich 27 Kommunen und Abwasserzweckverbände mit rund 550.000 Einwohnern an dem Projekt. Die jährlich anfallende Menge entspricht rund 6.000 Tonnen phosphorhaltiger Asche beziehungsweise etwa 1.000 Tonnen Phosphat, die künftig wieder in den regionalen Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Perspektivisch soll aus der Asche ein regionales Düngeprodukt entstehen.
Die Gesamtinvestitionen für Planung und Bau der Anlage betragen rund 60 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme werden die Klärschlämme weiterhin über bestehende Entsorgungswege behandelt. Ab 2029 übernimmt der ZAS die Verantwortung für Betrieb und Entsorgung.
Mit der KSMB leistet der ZAS einen entscheidenden Beitrag zur Ressourcensicherung, gesetzlichen Vorgaben und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in Südhessen.
© IWR, 2026
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