Erste Rückbau-Maßnahmen laufen: RWE erhält Genehmigung zum Abriss des Atomkraftwerks Emsland
Lingen - Der Energiekonzern RWE hat vom niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, die atomrechtliche Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau des ehemaligen Kernkraftwerks Emsland (KKE) erhalten.
„Wir haben lange auf diesen Moment gewartet und werden unsere gesetzliche Pflicht zum sicheren und zügigen Abbau mit einer fachlich versierten und hoch motivierten Mannschaft aus eigenem Personal und Partnerfirmen angehen“, so Steffen Kanitz, Ressortvorstand Kernenergie der RWE Power AG.
Erste Rückbaumaßnahmen sollen der Abbau der Kerneinbauten und Dampferzeuger sein.
Die vergangenen Monate wurden bereits für vorbereitende Maßnahmen genutzt. So wurde mit der „Full System Decontamination“ eine Grundreinigung der im Leistungsbetrieb aktivitätsführenden Systeme, durchgeführt. Hierdurch wird die Strahlenbelastung während des Abbaus und der nachgelagerten Bearbeitung ausgebauter Anlagenteile für das Betriebspersonal deutlich verringert, teilte RWE mit.
Mit dem Bau eines Technologie- und Logistikgebäudes auf dem Gelände des Atomkraftwerks Emsland schafft RWE seit Mitte 2023 notwendige Logistikflächen für den Anlagenrückbau.
Hier sollen künftig schwach- und mittelradioaktive Abfälle der Lingener Atomkraftwerke, d.h. der Kernkraftwerke Lingen (268 MW) und das Kernkraftwerk Emsland (1.400 MW), fachgerecht in Endlagerbehälter verpackt und, bis zur Übergabe in die Entsorgungsverantwortung des Bundes, bereitgestellt werden.
Parallel zum Rückbau der Atomkraftwerke ist die Transformation des Standortes Lingen zum zentralen Wasserstoff-Hub bereits im vollen Gange. Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG Anfang August 2024 bei der Einweihung der Pilot-Elektrolyseanlage: „Lingen gehört zu den spannendsten Orten der deutschen Energiewende. Direkt neben unserem flexiblen Gaskraftwerk und unserer modernen Großbatterie erzeugen wir nun auch grünen Wasserstoff. In den nächsten Jahren werden wir die Produktion von grünem Wasserstoff hier am Standort weiter ausbauen, um den industriellen Abnehmern grüne Moleküle zur Verfügung zu stellen und sie so bei ihrer Dekarbonisierung zu unterstützen."
© IWR, 2026
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