Streichung des PV-Deckels: 2.000 Energieunternehmen zeichnen offenen Brief an Merkel
Berlin – Rund 2.000 Unternehmen aus der Energiebranche haben sich in dem vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) in der vergangenen Woche initiierten offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Darin appellieren sie, den voraussichtlich im Sommer dieses Jahres erreichten 52 Gigawatt-Deckel für die Errichtung neuer Solardächer nunmehr unverzüglich zu streichen. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert der BSW ein umgehend einzuleitendes Gesetzgebungsverfahren zur Abschaffung des Solardeckels. BSW und BDEW haben gestern (24.03.2020) gemeinsam ein entsprechendes Schreiben an das Kanzleramt gerichtet.
Vertreter beider Verbände unterstrichen, dass auch die Regenerative Energiewirtschaft angesichts der aktuellen Corona-Krise kurzfristig wirksame industriepolitische Impulse und nicht zuletzt eine belastbare Perspektive für die Zeit nach der Krise brauche. Es dürfe nicht zu einem fahrlässig herbeigeführten Ausbaustopp für Photovoltaik kommen. Die Aufhebung des 52 GW-Deckels sei vor diesem Hintergrund eine einfach umzusetzende Maßnahme.
„Auch die Solar- und Speicherwirtschaft muss zunehmend zur Versorgungssicherheit beitragen und ist systemrelevant. Sie darf deshalb nicht länger durch den Solardeckel akut in ihrer Existenz und Arbeitsfähigkeit bedroht werden“, so BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Ohne die notwendige Investitionsabsicherung des EEG würden Produktions-, Planungs- und Installationskapazitäten in der Solar- und Speicherbranche bereits kurzfristig abgebaut und für viele Jahre unwiederbringlich verloren gehen, warnt er.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung im BDEW, betonte, an einer Beseitigung des PV-Deckels führe kein Weg vorbei: „Erneuerbare Energien sind ein bedeutsamer Wirtschaftszweig. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Industrie und Handwerk dürfen gerade jetzt kein Spielball energiepolitischer Auseinandersetzungen sein“, so Andreae.
© IWR, 2026
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25.03.2020



