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Strompreise und Pleitewelle: VKU kritisiert Verbraucherzentrale NRW wegen Stadtwerke-Abmahnung

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Berlin - Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) hat die von der Verbraucherzentrale NRW versendeten Abmahnungen an einige Stadtwerke in Bezug auf ihre Grundversorgertarife scharf kritisiert. Hintergrund sind Turbulenzen auf dem Strommarkt, die dazu geführt haben, dass einige Billiganbieter die Versorgung einfach eingestellt haben.

Die Grundversorger haben zum Schutz der Bestandskunden für die jetzt in die Ersatzversorgung gefallenen ehemaligen Discount-Kunden deutlich höhere Strompreise verlangt, weil sie diesen Zusatzstrom auf dem Großhandelsmarkt kurzfristig teuer beschaffen mussten. Das will die Verbraucherzentrale NRW nicht akzeptieren.

Laut der Verbraucherzentrale NRW wurden die Rheinenergie, die Stadtwerke Gütersloh und die Wuppertaler WSW Energie & Wasser AG abgemahnt.

„Die Verbraucherzentrale NRW ist auf dem Holzweg. Sie macht es sich zu leicht. Sie verwechselt Ursache und Wirkung. Der maßgebliche Anlass für die aktuellen Grund- und Ersatzversorgungspreise liegt bei den Energiediscountern, die ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden vertragswidrig nicht mehr nachkommen", so Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer.

Weil einige Strom- und Gas-Discounter sich an den Großhandelsmärkten verzockt hatten und in die Insolvenz gegangen sind oder die Belieferung einfach eingestellt hatten, waren die Grundversorger gezwungen, diese Kunden aufzufangen. Genau für diese unfreiwilligen Neukunden mussten die Stadtwerke an den Großhandelsmärkten dann kurzfristig teure Energie nachbeschaffen, zu Lasten der eigenen Bilanz.

© IWR, 2022

13.01.2022