Eon installiert eine Million Smart Meter – Deutschland hinkt beim Rollout in Europa weit hinterher
© Eon AGEssen – Als erstes Energieunternehmen in Deutschland hat Eon die Marke von eine Million installierter intelligenter Messsysteme („Smart Meter“) überschritten. Die millionste Installation wurde im Netzgebiet der Eon-Tochter LEW Verteilnetz bei einer Kundin in der Nähe von Augsburg in Betrieb genommen. Was nach viel klingt, ist im internationalen Vergleich jedoch sehr gering, und die fehlende Digitalisierung bremst die Energiewende in Deutschland aus.
Eon hat bis Ende 2025 mehr Smart Meter ausgeliefert, als nach dem gesetzlichen Mindestziel gefordert. Diese Zahlen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland bei der Digitalisierung in der EU weit abgeschlagen hinterherhinkt.
Eon setzt einen wichtigen Impuls für die Digitalisierung der Stromnetze in Deutschland
Wie Eon berichtet, hat das Unternehmen bis Ende 2025 rund 30 Prozent der Pflichtinstallationen mit Smart Metern ausgestattet. Das ist deutlich über dem gesetzlichen Mindestziel. In den kommenden Jahren sollen jährlich rund 500 000 weitere intelligente Messsysteme eingebaut werden, insbesondere dort, wo sie den größten Nutzen bringen, etwa bei Wärmepumpen, Wallboxen, Batteriespeichern oder Photovoltaikanlagen.
Thomas König, Eon-Vorstand für Energienetze, betont: "Eine Million installierte Smart Meter sind für uns ein klarer Auftrag für die Zukunft. Wir werden den Rollout weiter konsequent vorantreiben – mit Fokus auf die Bereiche, in denen Smart Meter den größten Nutzen stiften: bei Wärmepumpen, Wallboxen, Batteriespeichern, Photovoltaik-Anlagen und anderen flexiblen Verbrauchern."
Deutschland liegt in Europa mit einem Anteil von 3,8 Prozent weit abgeschlagen zurück
Europaweit liegt Deutschland deutlich zurück. Laut dem aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur sind derzeit rund 2 Millionen der insgesamt etwa 54 Millionen Messlokationen mit Smart Metern ausgestattet – das entspricht einem Anteil von ca. 3,8 %.
Zum Vergleich: Ende 2024 verfügten nach Angaben der IoT-Marktanalyse von Berg Insight rund 63 Prozent aller Stromkunden in der EU-27 plus Norwegen, Schweiz und UK über einen Smart Meter, nachdem mehr als 195 Millionen Geräte installiert wurden. Bis 2029 wird eine Durchdringung von etwa 80 Prozent in der Region erwartet.
In vielen europäischen Ländern ist der intelligente Zähler bereits Standard: Italien (~98 %), Spanien (~99 %), Schweden (~100 %) und Frankreich (~90 %) melden sehr hohe Rollout-Quoten, während Deutschland weiterhin im einstelligen Prozentbereich liegt. Neben technischen Herausforderungen erschweren regulatorische Hürden und föderale Zuständigkeiten den Rollout.
Keine Energiewende ohne Digitalisierung - Wofür Smart Meter benötigt werden
Smart Meter sind eine zentrale Technologie der Energiewende. Sie liefern Netzbetreibern präzise Echtzeitdaten, mit denen Lastflüsse im Stromnetz effizient gesteuert, Engpässe vermieden und die Versorgungssicherheit erhöht werden können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher eröffnen sie die Möglichkeit, flexible Stromtarife zu nutzen, Energie gezielt zu sparen und beispielsweise Eigenproduktion aus Photovoltaik oder den Betrieb von Wärmepumpen und Batteriespeichern intelligent zu steuern.
Mit zunehmender Anzahl installierter Smart Meter können die Netze insgesamt stabiler, effizienter und flexibler betrieben werden, was die Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland schafft.
© IWR, 2026
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